2016/2017 17. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BFC Dynamo 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 17. Spieltag
Saison Saison 2016/2017
Ansetzung FCC - BFC Dynamo
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 11.12.2016 14:05 Uhr
Zuschauer 4.106
Schiedsrichter Stefan Herde (Dresden)
Ergebnis 2:0 (1:0)
Tore
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Raphael Koczor
Matthias Kühne, René KlingbeilGelbe Karte.gif, Justin Gerlach (Rote Karte.gif, 61.), Guillaume Cros (46. Dennis Slamar)
Maximilian Wolfram (66. Timmy Thiele), Sören EismannGelbe Karte.gif, Niclas ErlbeckGelbe Karte.gif, René Eckardt
Bedi Buval (78. Sven Reimann), Manfred Starke
Trainer: Mark Zimmermann
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Bernhard Hendl
Joey Breitfeld, Rico Steinhauer (87. Gelbrote Karte.gif), Christof Köhne, Björn LambachGelbe Karte.gif (64. Adrian Billhardt)
Nils Göwecke, Kai Pröger (68. Andrew Lubega), Lukas Bache, Otis Breustedt
Zlatko Muhovic, Dennis Srbeny
Trainer: René Rydlewicz

Spielbericht

Sieg des Willens gegen den BFC

Mit 2:0 gewinnt der FCC vor über 4.106 Zuschauern sein Heimspiel gegen den BFC Dynamo und festigt seinen Platz an der Tabellenspitze der Regionalliga.

Bedi Buval brachte die Thüringer mit einem wunderschön herausgespielten Tor nach 26 Minuten in Front. Nachdem Manfred Starke die Vorentscheidung freistehend vergab (59.) und quasi im Gegenzug Innenverteidiger Justin Gerlach wegen einer Notbremse des Feldes verwiesen wurde, drohte das Spiel zu kippen. Doch Jena hielt dem Anrennen der Hauptstädter stand und eine Viertelstunde vor dem Ende sorgte Starkes 2:0 nach feiner Vorarbeit des eingewechselten Thiele für das Endergebnis.

Die Berliner waren mit einer Notbesetzung an die Saale gereist, mussten sie doch auf gleich drei rotgesperrte Spieler verzichten und so blieben gar zwei Einwechselpositionen auf dem Spielerbogen ganz leer. Doch das Auftreten der Weinrotweißen hatte von Beginn an nichts mit Freundschaftsspielcharakter zu tun, giftig und unbequem attackierten sie den Spitzenreiter bereits im Spielaufbau, so dass sich ein rassiges Duell der beiden DDR-Traditionsvereine entwickelte. Die Gäste hatten dabei über ihren überragenden Stürmer Srbeny auch die erste große Chance des Spiels, als er sich im Dribbling gegen mehrere Jenaer Abwehrspieler durchsetzt und erst im Strafraum am glänzend reagierenden Raphael Koczor scheitert (19.). Sieben Minuten später ertönte dann die Torjubelmelodie aus den Lautsprechern im Paradies. Maximilian Wolfram hatte mit tollem Doppelpass Matthias Kühne auf dem rechten Flügel freigespielt, dessen perfekt temperierte Flanke vollendete Bedi Buval aus Nahdistanz mühelos zum Führungstreffer. Nun häuften sich die Chancen. Hüben reklamierten die Berliner nach einem Handspiel Eismanns auf Elfmeter (28.), drüben vergaben Starke mit 20-Meter-Geschoss (29.), Gerlach per Kopf nach Eckball (34.) und Eckardt vom linken Strafraumeck (38.). Die Führung der Blaugelbweißen zum Pausenpfiff war verdient, weil man gegen einen fußballerisch ebenbürtigen Gegner Körperlichkeit und Aggressivität in der Zweikampfführung auf zielstrebigere Art und Weise in zählbare Aktionen umzumünzen vermochte. Und weil man jenes gemeinschaftliche Zusammenarbeiten und Einanderhelfen in der Balleroberung, welches die Mannschaft vor allem in der ersten Hälfte der Hinrunde so auszeichnete, den Gästen voraus hatte.

Guillaume Cros, der vor dem Seitenwechsel bereits mehrfach behandelt werden musste, blieb wegen Knieproblemen in der Kabine. Für ihn kam Dennis Slamar in die Partie, und er sollte sich gleich mit einem energischen Solo, vollendet mit feinem Pass auf Bedi Buval einfügen. Buval konnte im letzten Moment auf Kosten eines Eckballs am Torabschluss gehindert werden und auch in der Folge jener vierten Jenaer Ecke fand Eckardts Schuss aus spitzem Winkeln nicht den Weg ins Tor vor der Nordkurve (49.). Dann aber übernahm Dynamo das Zepter, Muhovics Schuss strich nur um Zentimeter an Koczors Kasten vorbei (51.) und der FCC bekam Probleme, sich aus der Umklammerung zu lösen. Nach 59 Minuten dann die Riesenmöglichkeit zur Spielentscheidung quasi auf dem Silbertablett. Buval und Eckardt hatten sich am Mittelkreis den Ball erkämpft, das Leder ging raus auf Starke und plötzlich kontert Jena 3 gegen 1. Just als Starke den Ball nach innen spielen will, stolpert der einzig mitgelaufene Verteidiger Lambach und verleitet Jenas Top-Torschützen dazu, selbst den Abschluss zu suchen, wobei er an Keeper Hendl scheitert. Keine 60 Sekunden später dann Aufregung auf der anderen Seite, Srbeny wird von Gerlach von den Beinen geholt, trotz des noch innen mitlaufenden Kühne entscheidet Schiedsrichter Herde auf Notbremse und Jena ist nur noch zu zehnt.

Erinnerungen an das Heimspiel gegen Auerbach vor genau einem Jahr wurden wach, als strittige Schiedsrichterentscheidungen Jena aus dem Tritt brachten, man in Unterzahl noch verlor und letztlich ein Spiel zum Wendepunkt einer ganzen Saison wurde. Wie damals stemmen sich die verbliebenen Jenaer Spieler mit aller Macht gegen die nun wild, aber bisweilen etwas kopflos anrennenden Gäste, wie damals hält es keinen mehr auf den Sitzen, wie damals steht das Stadion wie eine Eins hinter seiner Elf, aber im Gegensatz zum Auerbach-Spiel hält der verbissene Widerstand. Einen weit nach vorn geschlagenen Ball klärt Aushilfs-Innenverteidiger Köhne mit der Brust viel zu kurz, Thiele schnappt sich die Kugel, überläuft seinen Gegenspieler und legt präzise nach innen, wo Manni Starke zum umjubelten 2:0 vollendet. Das Paradies tobt und die Partie ist entschieden, die gelb-rote Karte für BFC-Kapitän Steinhauer für zwei Vergehen binnen einer Minute ist nur noch Randnotiz. Es war ein Sieg des Willens im letzten Spiel der Hinrunde, wie eine Demonstration der größten Qualität dieser nun mit 7 Punkten Vorsprung den Platz an der Sonne bekleidenden Elf: Charakter

Trainerstimmen:

René Rydlewicz: Glückwunsch, es war eine gute kämpferische Leistung von Jena, daher auch ein verdienter Sieg. Wir haben gerade in der ersten Halbzeit ein ordentliches Spiel gemacht, gut gegengehalten, haben auch die erste große Chance frei vor dem Torhüter. Der Gegner macht aus der ersten Chance das Tor, deswegen sind sie Erster. Ich sehe uns grundsätzlich eher so wie Hertha II und RB II, von der Altersstruktur her. Wir können von solchen Gegnern nur lernen in Sachen Abgeklärtheit und Kaltschnäuzigkeit. Uns fehlt der letzte Punkt Aggressivität und Zweikampfhärte.

Mark Zimmermann: Für mich war es ein sehr enges Spiel. Und zwar nicht nur als wir in Unterzahl spielten, sondern von Anfang an. Der BFC war immer gefährlich, hatte die erste große Chance, als uns Raphael Koczor im Spiel hält. Wir haben uns dann gefangen, haben mehr versucht zielstrebig in die Spitze zu kommen, über die Außenpositionen zu kommen, spielen das 1:0 super raus und haben dann das nötige Selbstvertrauen und die Sicherheit. Zu Beginn der 2. Halbzeit haben wir viele Fouls provoziert. Wir haben dann die Riesenmöglichkeit auf 2:0 zu erhöhen und kriegen im Gegenzug die Rote Karte. Dann hatte die Mannschaft den nötigen Charakter, wir haben auf die Chance hingearbeitet und machen dann das 2:0. Aber der BFC hat uns über weite Strecken Paroli geboten und es war ein echtes Spitzenspiel. Die rote Karte gegen Justin Gerlach kann ich nicht beurteilen, da ich die Aktion nicht gesehen habe. Die Reaktion der Mannschaft aber danach war super. Cros hatte sich in der ersten Halbzeit das Knie verdreht und musste deswegen ausgewechselt werden.

--GUNNER