1972/1973 12. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - HFC Chemie 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 12. Spieltag
Saison Saison 1972/1973, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - HFC Chemie
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 09.12.1972 13:30 Uhr
Zuschauer 3.500
Schiedsrichter Helmut Bader (Bremen/Rhön)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Wolfgang Blochwitz
Peter Rock
Gerhardt Hoppe, Lothar Kurbjuweit
Harald Irmscher, Martin Goebel (74. Konrad Weise), Michael Strempel, Rainer Schlutter
Norbert Schumann, Peter Ducke (36. Dieter Scheitler), Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Halle
Walter Jänicke
Bernd Bransch
Paul Kersten, Günter Riedl, Eberhard Block
Hartmut Meinert, Klaus-Dieter Boelssen, Wolfgang Schmidt, Reinhard EschrichGelbe Karte.gif
Roland Nowotny (69. Rainer Langer), Werner PeterGelbe Karte.gif

Trainer: Walter Schmidt


Spielbericht

Mit Duckes Ausscheiden war der Spielfluß dahin

Was der 31jährige Nationalspieler Peter Ducke für den FC Carl Zeiss Jena nach wie vor bedeutet, das bekamen der Tabellenzweite und ein kläglicher Anhang von 3500 Zuschauern am Sonnabend deutlich zu spüren. Solange er auf dem Platz stand, Lücken für seine Mitspieler schuf und Pässe in die Räume schlug, da dominierten die Gastgeber eindeutig, waren Torerfolge praktisch nur eine Frage der Zeit. Drei Lattenschüsse von Vogel (10., 20.) und Kurbjuweit (23.), zahlreiche gefährlich getretene Bälle von Vogel, Hoppe und Strempel, die Jänicke abwehrte oder nur knapp vorbeigingen, sowie weitere Gefahrenmomente ließen bei den Hallensern in der Anfangsphase sicherlich manchen Gedanken an die 1:8-Schlappe gegen den 1. FC Lok Leipzig in Altenburg aufkommen.

Mit dem Ausscheiden Peter Duckes - er fiel so unglücklich auf die Spielfeldumrandung, daß ein Bruch des Mittelhandknochens befürchtet werden muß - riß der Spielfaden jäh ab. Wie die Gastgeber nach der Pause oftmals ausgesprochen hilflos wirkten, das war erschütternd. Da raffte sich keiner auf, um aus dem Mittelfeld heraus die verstärkte gegnerische Abwehr mit durchdachten Aktionen über die Flügel aufzureißen, zumal sich Vogel in guter Spiellaune und großer Schußfreude befand. "Die Mannschaft hat gut begonnen, bewiesen, daß sie die Rostocker 0:3-Pokalniederlage wettmachen wollte. Peter Duckes Verletzung wirkte wie ein Schock. Wir vermochten danach nicht mehr die massierte HFC-Deckung auszuspielen", zog Cheftrainer Hans Meyer die wenig befriedigende Bilanz nach dieser ersten Punkteinbuße auf eigenem Platz im siebenten Heimspiel.

In den zweiten 45 Minuten gelang es nicht ein einziges Mal, die Gäste-Hinterreihe mit den herausragenden Bransch und Jänicke zu überraschen. Die beiden einzigen Gefahrenmomente resultierten aus einer Kurbjuweit-Flanke an die Latte (67.) und einem 18-m-Schuß von Vogel über das Gebälk (83.). Mit hohen Flanken war der sicheren HFC-Abwehr ebenso wenig beizukommen wie mit unmotivierten Weitschüssen von Rock, die obendrein ihr Ziel weit verfehlten. "Jena vermochte sich keine klare Chance herauszuspielen", urteilte Kapitän Bernd Bransch.

Die Formation der Hallenser ließ von vornherein die Absicht erkennen. Vor der Pause sah es wirklich nicht schön aus, wie nur verteidigt, das Leder von hinten heraus oftmals planlos nach vorn geschlagen wurde, nur um etwas Luft zu bekommen. Nach dem Wechsel aber, als die Wirkung des Gegners zusehends nachließ, fühlten sich die Gäste sicherer. Jetzt gelangen ab und an einige Kombinationen. Eine zwischen Bransch und Nowotny brachte den Libero in günstige Schußposition, aber Blochwitz hielt (58.). "Wir haben unser Ziel erreicht. Jeder einzelne hat durch seine große Einsatzbereitschaft dazu beigetragen", freute sich Cheftrainer Walter Schmidt über den zweiten Auswärtspunkt in dieser Saison, dem Halles BFA-Vorsitzender Richard Schmieder in der prekären Situation (Tabellenzwölfter) "eine große moralische Wirkung" voraussagte.

Der HFC Chemie hat sich dieses Unentschieden redlich verdient. Den FC Carl Zeiss indes müßte es - und vielmehr noch die Leistung in der zweiten Halbzeit - nachdenklich stimmen!

Zum Schiedsrichterkollektiv: Bader ließ eine Zeit lang kleinere Unsauberkeiten durchgehen, trat dann aber energischer auf (Verwarnungen für Peter/51. und Eschrich/58.) und hatte so das insgesamt faire Treffen in der Hand.

(Manfred Binkowski in "Die Neue Fußballwoche" vom 12. Dezember 1972)