1973/1974 FDGB-Pokal Viertelfinale Rückspiel: FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa 3:1

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Spieldaten
Wettbewerb FDGB-Pokal, Viertelfinale Rückspiel
Saison Saison 1973/1974
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 22.12.1973 13:30 Uhr
Zuschauer 3.500
Schiedsrichter Adolf Prokop (Erfurt)
Ergebnis 3:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (blau-weiß)
Hans-Ulrich Grapenthin
Bernd Bransch
Gert Brauer, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Helmut Stein (46. Hartmut Molata), Harald Irmscher, Rainer Schlutter, Martin Goebel
Peter Ducke, Dieter Scheitler

Trainer: Hans Meyer

Riesa (schwarz-rot)
Manfred Kallenbach
Reinhard Hauptmann
Achim Ringel, Johann Ehl, Klaus Schlutt
Hochmuth, Peter Buschner, Frieder Steuer
Roland Freyer, Lothar Paul, Werner Pafel (68. Thomas Börner)

Trainer: Günter Guttmann

Spielbericht

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Peter Ducke war einmal mehr der beste Mann auf dem Platz

So alt wie die Duelle zwischen diesen beiden Vertretungen so alt sind auch die Duelle zwischen dem Riesaer Vorstopper Johann Ehl und dem Jenaer Mittelstürmer Peter Ducke. Dabei geschah es in der Vergangenheit nicht selten, daß sich der nur 1,64 m große Stahl-Kapitän gegen den 60fachen Rekordnationalspieler recht achtbar und wacker schlug. "Diesmal allerdings bekam ich den Peter überhaupt nicht zu fassen. Ich glaube, das ist der beste Ducke, den es je gab", gestand Johann Ehl voller Bewunderung. In der Tat: Das Spiel des "schwarzen Peter", wie er mitspielte, dribbelte und schoß, "eben im richtigen Augenblick das Richtige tat", so Trainer Hans Meyer, war allein das Kommen wert.

"Selbst mit dem Toreschießen klappt´s wieder, ich hoffe, das hält zumindest bis zur WM-Endrunde an", schmunzelte der 32jährige, der an allen drei Jenaer Toren beteiligt war. Das erste bereitete er mit einer wundervollen Effetflanke vor. "Ich konnte voll hineinlaufen und brauchte sie nur noch mit der Stirn abzufälschen", freute sich Dieter Scheitler. Die beiden anderen Tore erzielte Ducke in nahezu unnachahmlicher Manier. Zuerst spielte er auf der linken Seite aus dem Stand mit einer blitzschnellen Finte Ehl aus, und als dann alles mit einer Eingabe rechnete, Torhüter Kallenbach einen Schritt nach vorn trat, jagte er den Ball aus spitzem Winkel hoch in die kurze Ecke. Bei seinem zweiten Treffer dribbelte er mit dem Ball am Fuße von links an der 16-m-Linie entlang, ehe er das Leder aus der Drehung heraus mit einem raffinierten Drehstoß ins linke Dreiangel jagte.

Von dieser Leistung Duckes ließ sich die gesamte Jenaer Elf inspirieren, die trotz des 5:1-Hinspielsieges keineswegs im Schongang operierte, sondern unentwegt um Tempo, Schwung und spielerisch gehaltvolle Aktionen bemüht war. Bransch, Weise, Kurbjuweit, Stein, Schlutter und vor allem Irmscher hatten daran in erster Linie Anteil. Erfreulich der Einstand von Junioren-Auswahlspieler Gerd Brauer, der auf dem ungewohnten Rechtsverteidigerposten eine beachtliche Partie bot, während Hartmut Molata, der ebenfalls zum 74er Junioren-Aufgebot gehört, nach seiner Einwechslung zuwenig ins Spiel gebracht wurde.

Ein Kompliment verdienten sich auch die Gäste, die selbst im größten Jenaer Angriffswirbel, vornehmlich in der Startphase, nicht auseinanderbrachen, insgesamt auf dem gefürchteten Jenaer Boden weitaus besser aussahen als vor einer Woche vor eigener Kulisse. Hauptmann lieferte eine umsichtige Stopper-Partie und entschärfte mit geschicktem Stellungsspiel viele gefährliche Situationen. Ehl, Steuer, Schlutt und Paul bemühten sich immer wieder um sichere, tempoverschleppende Aktionen in der eigenen Hälfte, denen dann nach der Pause auch im richtigen Moment das steile Anspiel auf Freyer, Paul oder Börner folgte. Damit erzielten die Gäste durchaus Wirkung.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 28. Dezember 1973)