2006/2007 04. Spieltag: Rot-Weiss Essen - FC Carl Zeiss Jena 4:4

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Spieldaten
Wettbewerb 2. Bundesliga, 4. Spieltag
Saison Saison 2006/2007, Hinrunde
Ansetzung Rot-Weiss Essen - FCC
Ort Georg-Melches-Stadion in Essen
Zeit 15.09.2006, 18 Uhr
Zuschauer 13.034
Schiedsrichter Schalk (Augsburg)
Ergebnis 4:4
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Essen
Karim Zaza
Michael Bemben, Thomas Kläsener, Martin Hysky, Stafan Lorenz (70.Ronny Nikol)
Víctor Hugo Lorenzón
Mac Younga-Mouhani (79.Michael Lorenz), Stijn Haeldermans
Holger Wehlage , Alexander Löbe, Paulo Sergio (75.Serkan Calik)

Trainer: Uwe Neuhaus

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Christian Person
Alexander Maul, Ralf Schmidt, Krzysztof Kowalik
Ronny Thielemann , Sven Günther
Kevin Schlitte (69.Silvio Pagano), Christian Fröhlich (69.Patrick de Napoli), Tobias Werner
Sebastian Helbig (81.Stefan Kühne), Fiete Sykora

Trainer: Heiko Weber

Anmerkung

Fiete Sykora wird Spieler des Spiels und wird in die Kickerelf des Tages gewählt .

Christian Person – ein Held! (Spielbericht)

(Vorbemerkung: dieser Bericht entstand, ohne dass ich auch nur ein einziges TV-Bild gesehen habe!)

91. Minute in Essen.
Der ruhmreiche FCC ist drauf und dran, weiterhin ungeschlagen die 2. Liga zu erobern! Doch was ist das?! Irgend so ein dunkelroter Nichtsnutz kommt 17 Meter vorm Tor frei zum Schuss, zieht ab und allen euphorisierten Zeiss – Jüngern stockt der Atem! Der Ball fliegt Richtung Tor und wird in Sekundenbruchteilen halbhoch in der rechten Torwartecke einschlagen! Vorbei der Traum vom Punktgewinn. Doch dann das Unglaubliche: wie aus dem Nichts fliegt plötzlich Christian Person waagerecht heran und mit einer phantastischen Reaktion lenkt er den Ball zur nichts einbringenden Ecke. In diesem Moment wird Christian P. zum Helden – er rettet dem FCC einen Punkt!

Sekunden später ist das Spiel vorbei, Person reißt sich sein Trikot vom Leib und wirft es mit einer Wucht Richtung Jena – Block, als wolle er damit dieses ganze Spiel ein für alle mal ganz weit von sich werfen…..

Rechtzeitig in Essen angekommen, galt es mahavishnu und ?? (Namen vergessen, sorry!) zu begrüßen. Mit der Absicht, in einem nahe gelegenen Supermarkt noch einige Rückfahrtvorräte zu ergattern, wurde man schon unterwegs aus offenen Autofenstern sehr nett begrüßt: „Zone, Mauer, Osten, Stacheldraht“ waren die Worte, die an unsere Trommelfelle klopften. Zu Gast bei Freunden eben. Egal, wir haben das gute Westgeld dann doch im Lidl-Intershop ausgegeben. Auf dem Rückweg ging’s noch an Europas größtem Gebrauchtwagen – Markt vorbei und den sich schon heute dort sammelnden klischeebeladenen Händlern.

Nach einer sehr peniblen Sicherheitskontrolle, bei der z.B. jede Zigarette meiner Packung einzeln beiseite genommen wurde (wirklich!), gelangte man dann in den Gästeblock, (gibt es eigentlich einen Gästeblock mit besch… Sicht?) wo sich zwar eine feine aber kleine Schar Zeissianer zu sammeln schien. Und irgendwie lag eine ganz besondere Stimmung in der Luft …..

Erste Überraschung, Hasse fehlte in der Abwehr. Ganz ehrlich, sich eine Abwehr der Unschlagbaren dauerhaft ohne Hasse vorzustellen fiel und fällt schwer. Doch das Spiel begann mit dem sprichwörtlichen Paukenschlag als nach Fröhlichs Ecke das 1:0 durch Schlitte fiel. Freudentaumel beim FCC – Anhang! Doch ebenso wie Jenas Anhänger schienen Jenas Spieler ob dieses leichten 1:0 verwirrt. Und noch ehe man sich so richtig an den Spielstand gewöhnt hatte, ließ Christian einen Ball prallen, den er an anderen Tagen schon tausendfach festgehalten hat, Abstauber, 1:1.

Kurze Zeit später sah ich einen hohen Ball in unseren Strafraum segeln, Person hochsteigen, diesen fangen und drehte mich ab. Ein komisches Raunen ließ mich erneut hinschauen und ich sah Person am Boden liegen während ein Essener den Ball vor den Füßen hatte, mit einem „Darf-Ich-?-Blick“ zum Schiri schaute und nach kurzem Zögern einmurmelte. Torwartfehler? Towartbehinderung? In Essen wusste es niemand außer denen, die später einen daheim gebliebenen Arena – Zahler anriefen und von Behinderung sprachen.

Sei’s drum, es war eines dieser Gurken - Spiele, die wohl jeder gute Torwächter einmal pro Saison abliefert. Person hat seines nun hinter sich – fertig!!! (Wer nach diesem einen Spiel ihn und seine Fähigkeiten/Verdienste in Frage stellt, sollte sich auf eine Gärtner – Stelle in Kahla bewerben!) Die leicht getrübte Stimmung im Zeiss-Fan-Block wollten nun unsere grünen Freunde wieder ein wenig anheben. Mehr als provokant streiften sie in Zehnergruppen permanent durch’s Gehege und bekamen ob dieser Glanzleistung auch gut zu tun. Welcher Essener Schwachkopf war eigentlich dafür verantwortlich, den Jena – Block mit Security – Typen zu bestücken, denen ihre anabole „Hirn“erweichung schon auf 70 Meter Entfernung anzusehen war? So provoziert man unnötigen Streß – klasse Leistung, meine Herren! Nach dem die Herren Förster ihren Spaß hatten, trafen auch die verspäteten Horda - Reste ein und die letzten 10 Minuten vor der Pause gehörten den blaugelbweißen Göttern auf dem Platz und ihren Fans im Stadion.

Pause in Essen bedeutete ähnlich wie in der vergangenen Saison ein ganz besonderes Highlight: hat man doch 10 Minuten Zeit, ca. 15 hässlichen und überaus adipösen Weibern zuzuschauen, wie sie in einer Art Gruppentherapie grässliche Fahnen schwenken.

Glücklicherweise traten alsbald und mindesten 5 Minuten vor den Gastgebern unsere Jungs wieder auf. HW’s Pausenansprache muss kurz aber knackig gewesen sein, der FCC marschierte. Doch dann das: beim ersten Essener Angriff nach der HZ warf sich einer der ihren wegen einer vertanen Chance wutentbrannt zu Boden. Es interessierte keine Sau. Jedenfalls 5 Sekunden lang nicht. Dann dachte sich der Schiri wohl „Ach, nen Elfer hatten wir heute noch nicht, schenk’ste den Essenern mal einen!" und schon stand’s 3:1. Da war es dann auch wieder an der Zeit, dass der wohl peinlichste Stadionsprecher der 2. Liga wirr in’s Mikro kreischte.

Allerdings durfte er schon kurze Zeit später wieder säuseln, als Fröhlich nämlich auf wunderbare Art und Weise seinen Freistoß versenkte. Der FCC – Block mutierte langsam zum Tollhaus. Leider legte unsere Abwehr danach mal ein kurzes Päuschen ein und auch Christian P. schien nicht so ganz hellwach …. Aber täusche ich mich, oder gibt es auch Schiris, die bei einer Aktion wie der von Junker Makkaroni (oder wie der heißt) auf gestrecktes Bein entscheiden?

Doch die Party ging nun erst richtig ab! Angetrieben von einem bärenstarken Werner und einem soliden, aber eher unauffälligen Thiele, peitschten sich Team und Fans gegenseitig zu Höchstleistungen an. Und so nahte sie, die Sebastian – Helbig – Show! Ganz großes Kino! Der FCC sollte zukünftig in jeder Saison mindestens einen Stürmer mit den Initialen S.H. in seinen Reihen haben! Merken Sie sich das bitte, Herr Holetschek! Weber wechselte m. E. richtig ein und aus und als Silvio – Pagano – Fan war ich von dessen Leistung am meisten angetan. 4:4 und Gänsehautstimmung im Gästeblock – es war einfach nur fantastisch. Und das Höchste, womit die FCC – Anhänger derzeit ihren Lieblingen lauthals Respekt zollen, ist ein markerschütterndes „Wir steigen auf! Wir steigen auf, wir steigen auf!“. Heute hallte es so inbrünstig durch Essen, dass in der Innenstadt sicher einige Scheiben der neu erbauten Glaspaläste klirrten.

Fighten, spielen, nie aufgeben, den Nebenmann mitreißen und immer vorwärts, vorwärts, vorwärts! Diese Mannschaft verdient allerhöchsten Respekt! (Wieder mal!) Mein Nebenmann meinte, ein solch stolzes Gefühl habe er letztmalig beim Rom-Spiel gehabt. Na, wenn das mal kein Kompliment ist! Was wäre eigentlich passiert, hätte Werners Schuss zum 4:5 geführt? Ich denke, in der städtischen Nervenheilanstalt hätte man dann noch paar Extra – Betten ordern müssen. In bester Feierlaune näherte sich das Spiel dem Ende.
Es kam die 91. Minute – und … siehe oben!

Die After – Show – Party konnte beginnen!
Der am meisten gehörte Satz heute: „Herrlich – und ich war live dabei!“

Was bleibt?
Danke, Christian!
Danke, FCC!

(P.S. 4:4 im 4. Spiel hieß später auf der A 2 auch noch 40 km Stau – doch nie war er so stressfrei wie heute.)

--Kopfnuss 3:29, 16. Sep 2006 (CEST)

  • A-Junioren-RL : SV Babelsberg 03 : FCC 3:3 - Tore Jena : Heidel , Petersen , Steiner

Essen

Mit dem Auto nach Essen , Frau und Mutter eingepackt - diese wollte ihren neuen Freund besuchen . Also hatten wir gleich eine Penne und fuhren mit der Straßenbahn zum Stadion , die Schals unter der Jacke . Am Stadion ein Rot-Weißes Meer - durchgekämpft und die falsche Stadionumrundung gewählt - dreiviertel , statt viertel . Aber noch gefunden und rein in den Gästeblock.

Alte Bekannte vom Supporters-Club getroffen , eine Riesenfahne im Jenablock versperrte immer wieder die Sicht .

Aber was für ein Spiel - Jena kam immer wieder zurück und schaffte in einem Jahrhundertspiel ein 4:4 . Ohne traurig zu sein , eher stolz überhaupt Zeuge gewesen zu sein - ging mit der Straßenbahn zurück in eine Essener-Krupp-Wohnsiedlung mit feucht-fröhlichem Ausklang .

A.S.