1960 05. Spieltag: SC Motor Jena - SC Rotation Leipzig 3:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1960, Hinrunde
Ansetzung SC Motor Jena - SC Rotation Leipzig
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 01.05.1960 16:00 Uhr
Zuschauer 7.000
Schiedsrichter Warz (Erfurt)
Ergebnis 3:3
Tore
  • 0:1 Weigel (12.)
  • 0:2 Trölitzsch (15.)
  • 1:2 Lange (40.)
  • 1:3 Fettke (46., Foulelfmeter)
  • 2:2 Marx (57.)
  • 3:3 Marx (78.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Harald Fritzsche
Hans-Joachim Otto, Rolf Hüfner, Hilmar Ahnert, Heinz Marx, Klaus Gablick, Roland Ducke, Helmut Müller, Horst Kirsch, Dieter Lange, Erwin Schymik

Trainer: Georg Buschner

Leipzig
Wolfgang Pröhl
Manfred Bauer (83. Bernd Herzog), Horst Scherbaum, Claus Pfeufer, Siegfried Fettke, Michael Faber, Dieter Engelhardt, Reinhard Trölitzsch, Roland Weigel, Wolfgang Behla, Manfred Geisler

Trainer: Martin Braunert

Spielbericht

Beginn mit Torüberfall

Jenas Abwehr war schockiert

Stellen wir gleich zu Beginn heraus, daß das Resultat den gezeigten Leistungen völlig gerecht wird, so unterschiedlich die einzelnen Spielabschnitte auch waren.

Gehen wir chronologisch vor, so hatte Jena den zügigeren Start, äußerst elanvolle Angriffe und schien den SC Rotation überrennen zu wollen. In Führung aber gingen die Leipziger, indem sie innerhalb zwei Minuten die hilflos wirkende Abwehr Jenas zweimal durch Einzeldurchbrüche von Weigel und Trölitzsch überlisteten.

Man war sich beim Gastgeber einfach nicht im klaren, wer wen anzugreifen und zu decken hatte! Und diese Tore raubten Jena für längere Zeit jegliche Übersicht, man war bis kurz vor Halbzeit kaum im Bilde, und Rotation diktierte das Spielgeschehen. Gut, daß Lange mit einer feinen Einzelleistung in Vorbereitung und Vollendung für den Anschlußtreffer sorgte. Das gab Auftrieb, und doch folgte ein erneuter Schock schon eine Minute nach der Pause durch den Foulelfmeter, den Hüfner an Engelhardt wegen regelwidrigen Haltens verursachte und den Fettke in gewohnter Manier zum 3:1 flach einschoß.

Nun schienen die Leipziger am Ziel ihrer Wünsche. Weigel, schon vorher Inspirator vieler Angriffe, ging noch weiter zurück, und die Gäste hofften, den Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit zu bringen. Jena kämpfte mit unermüdlichem Einsatz, wenn auch nicht verkannt werden darf, daß sich auch den Gästen bei ihren Gegenangriffen noch zahlreiche gute Torchancen boten. Der Anschlußtreffer von Marx nach einem Flankenwechsel zwischen Schymik und Ducke brachte Jena unerhörten Aufschwung. Scherbaum hatte übrigens Marx durch eine mißglückte Abwehr nach Duckes Schuß aufs Tor die Chance zum Anschlußtreffer gegeben.

Und der Jenaer Außenläufer Marx brachte auch noch das 3:3 zustande, als er einen Alleingang 40 Meter vor dem Tor startete, drei Leipziger umspielte und schließlich aus 15 Metern Entfernung für den guten Pröhl unhaltbar ins rechte Eck einschoß. Ein Resultat war damit zustande gekommen, das den gezeigten Leistungen vollkommen entspricht, wobei man allerdings betonen muß, daß die Jenaer Abwehr diesmal nicht sattelfest erschien und die Gäste vielleicht besser daran getan hätten nach dem 1:3 weiterhin voll offensiv zu stürmen, anstatt ihre Abwehrreihen zu verstärken.

Zum Spiel muß allerdings noch gesagt werden, daß neben der dramatischen Torfolge auch insofern Nervosität über den Spielern wie Zuschauern lag, als Schiedsrichter Warz aus Erfurt nicht zu überzeugen vermochte.

(Peter Palitzsch in "Die Neue Fußballwoche" vom 3. Mai 1960)