1977/1978 02. Spieltag: Hallescher FC Chemie - FC Carl Zeiss Jena 1:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 2. Spieltag
Saison Saison 1977/1978, Hinrunde
Ansetzung Hallescher FC Chemie - FC Carl Zeiss Jena
Ort Kurt-Wabbel-Stadion in Halle
Zeit Sa. 20.08.1977 15:00 Uhr
Zuschauer 21.000
Schiedsrichter Klaus Peschel (Radebeul)
Ergebnis 1:2
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Halle
Helmut Brade
Manfred FülleGelbe Karte.gif
Dieter Strozniak, Roland Wawrzyniak
Jürgen Goldstein, Hartmut Meinert, Detlef Robitzsch, Wolfgang Schmidt
Holger Krostitz (77. Frank Enke), Werner Peter (77. Roland Nowotny), Manfred Vogel

Trainer: Peter Kohl

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Ulrich Oevermann
Gert Brauer (66. Dieter Noack), Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Rüdiger Schnuphase, Lutz Lindemann, Uwe Neuber, Dietmar Sengewald
Thomas Töpfer (72. Jürgen Raab), Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Früher Rückstand stimulierte Jena

Vor einem Jahr noch stand hinter dem Namen Oevermann in Jena ein Fragezeichen. Heute aber, das kann man mit Fug und Recht behaupten, gehört der 20jährige, der mit einem prächtigen 20-Meter-Schuß ins rechte Dreiangel das Siegestor erzielte, zu den Stützen der Jenaer, die in Halle durch Cleverness, Kombinationssicherheit, Tempobereitschaft und mannschaftliche Geschlossenheit imponierten. "Wir hatten zwar ebenfalls Anteile an diesem rassigen, turbulenten, wohl auch spielerisch über dem Schnitt liegenden Treffen, das von keinerlei sturem Pärchenbetrieb gestört wurde. Aber insgesamt waren die Gäste für uns eine Nummer zu groß", bekannte HFC-Trainer Helmut Wilk.

Dabei lief es erfolgversprechend für die Gastgeber an. "Nach meinem Patzer wäre ich am liebsten in den Boden versunken. Der erste Ball sprang mir gleich aus der Hand" sagte Ulrich Grapenthin. Er konnte den einschußbereiten Peter nur noch auf Kosten eines "Elfers" festhalten. "Aber dieser Rückstand versetzte der Mannschaft keinen Schock. Er stimulierte sie vielmehr zu einer überzeugenden Leistung", meinte Roland Ducke. Kapitän Weise und Lindemann, "der immer besser in die Truppe hineinwächst"(so Helmut Stein), waren die großen Initiatoren, an deren Seite Oevermann und Kurbjuweit, dessen knallharter Gewaltschuß die Lattenoberkante rasierte (18.), die Mannschaft mitrissen. "Neben diesen vier fiel keiner ab. Jeder wurde zum Stürmer und - wenn es sein mußte - auch zum Abwehrspieler", freute sich Zeiss-Cheftrainer Bernd Stange.

Und diese Sicherheit in der Abwehr, die trotz der ausgeprägten Orientierung nach vorn keineswegs außer acht gelassen wurde, behagte dem HFC überhaupt nicht. "Wir wollten nach der schnellen Führung unsere Konterstärke nutzen. Doch vorn wurden Vogel und Peter von Brauer und Kurbjuweit sehr gut markiert", meinte Wolfgang Schmidt. Er hatte vor allem in der ersten Halbzeit große Szenen. Später aber ließ er merklich nach.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Peschel pfiff viel. Er bemühte sich um Konsequenz, die er in der 37. Minute jedoch vermissen ließ. Hier wurde Töpfer im Strafraum von Fülle strafstoßreif gefoult. Beim Strafstoß verunsicherte er Krostitz, als er ihn beim Anlauf wegen Grapenthins Lösen von der Linie zurückpfiff.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 23. August 1977)