2010/2011 16. Spieltag: SV Wacker Burghausen - FC Carl Zeiss Jena 2:3

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
(Weitergeleitet von 10/11 16)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 16. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung SV Wacker Burghausen - FCC
Ort Wacker-Arena in Burghausen
Zeit Sa. 13.11.2010 14:00 Uhr
Zuschauer 3.850
Schiedsrichter Stefan Glasmacher (Alsdorf)
Ergebnis 2:3 (1:2)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Burghausen
René VollathGelbe Karte.gif
Christian BruciaGelbe Karte.gif, Darlington Omodiagbe (36. Martin Hess), Patrick Wolf, Ronald Schmidt
Björn Hertl, Alexander Eberlein
Christoph Burghard (58. Sören Halfar), Christian Holzer, Christian Cappek (77. Joseph Olunmide)
Eric Agyemang

Trainer: Mario Basler

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Sören Eismann, Moses Sichone, Alexander Voigt, Ronny Nikol
Tobias Kurbjuweit (70. Orlando), Jens Truckenbrod, Ralf SchmidtGelbe Karte.gif, Josip Landeka (81. Marco Riemer)
Sebastian Hähnge (84. Martin Ullmann), Christian Reimann

Trainer: Wolfgang Frank

Spielbericht [1]

Das diesjährige Gastspiel des FCC an der deutsch-österreichischen Grenze, stand ganz im Zeichen des 80-jährigen Jubiläums des gastgebenden SV Wacker Burghausen. Zu diesem Zweck wurden innerhalb der Abteilungen des SV Wacker unter anderem auch 1.000 Freikarten verteilt, so dass sich mit 3.850 Zuschauern - bisheriger Saisonrekord des SV Wacker - deutlich mehr Fans in der Wacker-Arena eingefunden hatten, als noch bei den letzten Gastspielen des FCC in Oberbayern. Anders als vor exakt 8 Monaten, als der FCC regulär letztmals beim SV Wacker Burghausen antreten sollte, herrschten diesmal keine Witterungsverhältnisse, die das Spiel unmöglich machten, sondern bei nahezu spätsommerlichen 18 Grad und Sonnenschein, waren die äußeren Bedingungen nahezu ideal. Das Gastspiel in Burghausen war für den FCC in den vergangenen beiden Spielzeiten ein sehr gutes Pflaster, schließlich wurden beide Vergleiche mit 3:2 bzw. 2:0 gewonnen.

Auf Seiten des FCC gesellte sich in dieser Woche Torsten Ziegner zum ohnehin bereits prall gefüllten Lazarett, der wegen einer Achillessehnenentzündung die Reise nach Burghausen erst gar nicht mit angetreten hatte. Auch auf Felix Holzner muss Trainer Wolfgang Frank noch ein paar Wochen verzichten, nachdem er sich derzeit mit einer Innenbanddehnung plagt. Orlando konnte unter der Woche aufgrund von Leistenproblemen nur eingeschränkt trainieren, war jedoch im Kader und saß zu Beginn der Partie zunächst auf der Bank. Carsten Nulle, der unter der Woche aufgrund eines Infekts für 2 Tage pausieren musste, konnte von Beginn an auflaufen und führte die gleiche Anfangself auf den Rasen, mit der in der Vorwoche ein eher dürftiges 0:0 gegen den SV Babelsberg 03 gelungen war. Auf Seiten der Burghausener rückte nach seiner abgelaufenen Gelbsperre mit Darlington Omodiagbe ein alter Bekannter wieder in die Innenverteidigung.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Nach nicht einmal 2 Minuten, gelang es weder dem eben erwähnten Darlington Omodiagbe, noch seinem Teamkollegen Alexander Eberlein, den Ball zu klären. Das Spielgerät gelangte in zentraler Position zu Jens Truckenbrod, der den FCC aus ca. 20 Metern Torentfernung überlegt und unhaltbar zur viel umjubelten frühen Führung schlenzte. Die Gastgeber versuchten alles, um den frühen Rückstand recht schnell zu egalisieren, starteten eine sehr offensive Phase und setzten die Defensive des FCC in der Folgezeit recht stark unter Druck. Bei einem Freistoß in der 5. Minute musste Carsten Nulle nicht eingreifen, nachdem der Ball links an seinem Tor vorbei ins Toraus flog. Nur 2 Minuten, später gab es eine erneute Freistoßsituation für die Burghausener, die Carsten Nulle mit einer sicheren Faustabwehr bereinigen konnte, ehe er im direkten Anschluss einen Schuss von Christian Cappek aus kurzer Distanz sicher parieren konnte. Aus einem an und für sich harmlosen Befreiungsschlag des Burghausener Torhüters Rene Vollath, entwickelte sich die nächste brenzlige Situation für die Hintermannschaft des FCC. Alexander Voigt konnte jedoch den Ball im 5-Meter-Raum noch wegschlagen. Die in der 11. Minute folgende Situation, war das Ergebnis der offensiven Bemühungen der Gastgeber. Nachdem Ronny Nikol infolge eines Stoppfehlers den Ball zunächst ins Seitenaus hat laufen lassen, führte der anschließende Einwurf zu einer Flanke von der rechten Außenlinie, die über Freund und Feind hinweg durch den 16-Meter-Raum des FCC flog. Am langen Pfosten steht Christian Cappek goldrichtig und vollendete überlegt aber genauso völlig unbedrängt zum zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich. Der FCC konnte sich folglich nur sehr kurz an der Führung erfreuen, die leider nicht die entsprechende Sicherheit in den Aktionen brachte.

In den folgenden knapp 10 Minuten beruhigte sich das Spiel etwas und die meisten Aktionen fanden im Mittelfeld statt, ehe Christian Reimann in der 21. Minute auf der rechten Seite sehr schön freigespielt wurde und zum Abschluss kam. Den strammen Schuss des Stadtrodaers ließ Rene Vollath nach links abklatschen, wo der Ball den Weg zum völlig freistehenden Josip Landeka fand, der aus knapp 5 Meter Torentfernungen eigentlich nur noch einnetzen musste. Sein Schuss landete jedoch zum Entsetzen der mitgereisten ca. 300 FCC-Fans nur am linken Pfosten. Eine hundertprozentige Torchance für Landeka, die eigentlich die erneute Führung hätte bedeuten müssen. Nur 3 Minuten später machte es sein Pendant auf der rechten Mittelfeldseite besser. Nach Anspiel durch Josip Landeka, legte Sebastian Hähnge stark und mit Übersicht durch die gegnerische Abwehrreihe auf Tobias Kurbjuweit, der aus halbrechter Position zur erneuten Führung für den FCC traf.

Die Gastgeber blieben trotz des erneuten Rückstands dennoch immer gefährlich. In der 28. Minute faustete Carsten Nulle einen von Björn Hertl aus dem Getümmel heraus abgegeben Schuss zur Seite ab. Nur zwei Minuten später klärte erneut Nulle sicher, als Christian Cappek aus spitzem Winkel nahe der Grundlinie sein Glück versuchte. Auf der Gegenseite ergab sich dann in Spielminute 33 die erneute Chance für den FCC, den Vorsprung noch vor der Pause auszubauen. Christian Reimann legte den Ball uneigennützig auf den erneut vollkommen freistehenden Josip Landeka - fast eine Kopie der Schusschance des Kroaten aus der 21. Minute. Auch diesmal fehlte ihm vor dem gegnerischen Tor die Kaltschnäuzigkeit und Präzision und sein Schuss ging rechts am Tor vorbei.

Mario Basler änderte noch in der 1. Hälfte die Grundausrichtung seiner Mannschaft. Für den häufig unglücklich agierenden Abwehrspieler Darlington Omodiagbe, brachte er in der 34. Minute Martin Hess als dritten Stürmer. Bis zur Halbzeit passierte dann nicht mehr viel in der Wacker-Arena und der FCC ging insgesamt völlig verdient mit einer jedoch in Anbetracht der klaren Chancen zu knappen 2:1-Führung in die Pause. Hauptthema der Halbzeitgespräche waren die beiden hundertprozentigen Torchancen von Josip Landeka und der damit einhergehende Wunsch, dass sich das Auslassen dieser klaren Möglichkeiten hoffentlich nicht noch rächen sollte.

Beide Mannschaften kamen unverändert aus der Kabine, wobei sich auch in den ersten 10 Minuten der zweiten Hälfte keine klaren Torchancen ergaben. Einen Kopfball infolge einer Freistoßsituation konnte Carsten Nulle in der 50. Minute sicher halten. Bei einer Freistoßmöglichkeit in der Folgeminute, schoss Josip Landeka aus 18 Metern nur in die Mauer. Eine an für sich gute Gelegenheit in der 53. Minute wurde auf Seiten des FCC leider nicht zu Ende gespielt. Christian Reimann spielte von links direkt an der gegnerischen Grundlinie schön in den Rücken der Abwehr. Tobias Kurbjuweit ging dem Ball jedoch nicht konsequent entgegen, so dass sich keine direkte Tormöglichkeit für den FCC ergab. In der 54. Minute wurde FCC-Trainer Wolfgang Frank, der dem Spiel in seiner gewohnt emotionalen und aktiven Art und Weise an der Seitenlinie beiwohnte, von Schiedsrichter Stefan Glasmacher auf die Tribüne verbannt, nachdem er zuvor bereits in der Halbzeit ermahnt wurde und offenbar die Coachingzone das ein oder andere Mal verlassen haben soll. Seine Mannschaft ließ sich hierdurch nicht irritieren und kam bereits 5 Minuten später zu einer erneuten guten Möglichkeit. Infolge einer Flanke von Josip Landeka, gelangte der Ball zum sichtlich überraschten Sebastian Hähnge, dem es auf Höhe des Elfmeterpunktes nicht gelang, den Ball anzunehmen und zu einem Abschluss zu kommen. Nur 2 Minuten später verlängerte eben jener Sebastian Hähne einen Freistoß von Jens Truckenbrod zu seinem Sturmpartner Christian Reimann, dessen Kopfball allerdings die notwendige Härte fehlte und damit für den Torhüter keine ernsthafte Gefahr darstellte.

Offenbar von der tiefstehenden Sonne geblendet, anders kann man es eigentlich nicht erklären, übersah der nicht immer überzeugende Schiedsrichter Stefan Glasmacher in der 63. Minute ein Foul an Christian Reimann, der auf der rechten Außenbahn in vollem Lauf zu Fall gebracht wurde. Zur Verwunderung der FCC-Fans entschied Glasmacher nur auf Einwurf für den FCC. Freistoß und eine gelbe Karte wären wohl die richtige Entscheidung gewesen. Genau hierauf entschied Glasmacher diesmal zu Recht, als 3 Minuten später Josip Landeka auf der gegenüberliegenden Seite in einer vergleichbaren Situation umgegrätscht wurde.

20 Minuten vor Ende der Partie brachte der für Wolfgang Frank nun an der Außenlinie verantwortliche Co-Trainer Mark Zimmermann, Orlando Smeekes für Tobias Kurbjuweit, in der Hoffnung, dass sich durch die Schnelligkeit von Orlando und die sich gleichzeitig bietenden Räume, weitere Torchancen für den FCC ergeben würden. Doch nur Sekunden später stand es 2:2. Mit seiner ersten gefährlichen Aktion im zweiten Durchgang, egalisierte der SV Wacker Burghausen die Führung des FCC. Sören Halfar setzte sich auf dem linken Flügel durch und steckte auf den freistehenden Eric Agyemang durch, der überlegt und für Carsten Nulle unhaltbar zum Ausgleich einnetzte, der zu diesem Zeitpunkt sicher insgesamt als glücklich zu bezeichnen war. Nur 3 Minuten nach dem Ausgleichstreffer, hatte Orlando seine erste Torchance. Von Landeka in Szene gesetzt, spielte er den Ball am bereits geschlagenen Torwart vorbei. Letztendlich fehlten dem Schuss allerdings Kraft und Präzision, um den FCC erneut in Führung zu bringen. Es entwickelte sich nun in der Schlussphase ein vollkommen offenes Spiel. Als Sebastian Hähnge in der 83. Minute ohne Fremdeinwirkung im Anstoßkreis zusammensackte, stockte den FCC-Fans kurzzeitig der Atem. Zwar konnte er den Platz selbständig verlassen, wurde jedoch, da infolge eines Kreislaufzusammenbruchs vollkommen entkräftet, durch Martin Ullmann ersetzt.

Die letzte Minute der regulären Spielzeit hatte dann einiges zu bieten. Erst ging ein Fernschuss der Burghausener über das Tor von Carsten Nulle, ehe Schiedsrichter Glasmacher auf der anderen Seite eine Szene erneut recht exklusiv beurteilte. Christian Reimann bedrängte den Burghausener Abwehrspieler, der einen Befreiungsschlag versuchte und dabei aus kürzester Entfernung Christian Reimann anschoss, von dessen Brust und angelegten Armen der Ball in Richtung des Burghausener Tores prallte. Als sich Christian Reimann schon vollkommen alleine in Richtung Rene Vollath aufmachte, ertönte der Pfiff des Schiedsrichters, der die Szene als absichtliches Handspiel beurteilte und damit vollkommen daneben lag. Doch der FCC steckte nicht auf und wollte sich für die sehr engagierte und starke Leistung mit 3 Punkten belohnen. In der Schlussminute legte Orlando den Ball nach Innen auf den eingewechselten Martin Ullmann, der am rechten Eck des gegnerischen Fünfmeterraumes nur noch einnetzen braucht, doch zum Entsetzen der weitgereisten FCC-Fans nur neben das Tor schoss. Dass die Auswärtsfahrt nach Burghausen doch noch zu einem Erfolgserlebnis wurde, haben wir Christian Reimann zu verdanken. In der 3. Minute der Nachspielzeit, kommt dieser infolge eines Freistoßes von Sören Eismann im gegnerischen Strafraum mit dem Kopf an den Ball und köpft zum viel umjubelten 3:2 ein. Der Gästeblock tobte ob des nicht mehr für möglich gehaltenen Auswärtssiegs.

Mit diesem ersten Sieg nach zuvor 13 sieglosen Partien, belohnt sich die Mannschaft für die bisher beste Saisonleistung. Der Spielverlauf und vor allem der späte Siegtreffer sollten psychologisch so wichtig sein, dass trotz der beiden kommenden Ligaspiele gegen den Tabellenführer Kickers Offenbach und beim Tabellenzweiten Eintracht Braunschweig der sprichwörtliche Bock nun endgültig umgestoßen zu sein scheint und man mit Selbstvertrauen und Zuversicht, die kommenden, sicher nicht einfachen Aufgaben angehen kann.

--tb

  1. Mit freundlicher Genehmigung von Franks FCC-Seite übernommen.