2010/2011 19. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - VfB Stuttgart II 1:1

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 19. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung FCC - VfB Stuttgart II
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 22.01.2011 13:30 Uhr
Zuschauer 4.171
Schiedsrichter Harm Osmers (Hannover)
Ergebnis 1:1 (0:0)
Tore
  • 1:0 Bicakcic (47., Eigentor)
  • 1:1 Rathgeb (68.)
Andere Spiele
oder Berichte
Programmheft
Programmhefticon.png
vom Nachholspiel (PDF)

vom ursprünglich
geplanten Spieltag (PDF)

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Felicio Brown Forbes, Marco Riemer, Alexander Voigt, Ronny Nikol
Tobias Kurbjuweit (69. Sören Eismann), Jens Truckenbrod, Eugen BoppGelbe Karte.gif (78. Torsten Ziegner), Josip Landeka (69. Orlando)
Sebastian Hähnge, Martin UllmannGelbe Karte.gif

Trainer: Wolfgang Frank

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Stuttgart
Bernd Leno
Raphael HolzhauserRote Karte.gif, Thomas Geyer, Ermin Bicakcic, Felice VecchioneGelbe Karte.gif
Marco Rapp (90. Kevin Stöger), Pekka LagerblomGelbe Karte.gif, Tobias RathgebGelbe Karte.gif, Matthias Schwarz
Pascal Breier (53. Tobias Rühle), Soufian Benyamina (81. Alexander Riemann)

Trainer: Jürgen Seeberger

Spielbericht [1]

Trügerisch erscheint derzeit das Tabellenbild für den FC Carl Zeiss. Platz 16 mit drei Mannschaften als Puffer zur Abstiegszone geben nur scheinbare Sicherheit, denn durch die unterschiedliche Anzahl an Spielen läuft der FCC Gefahr, schnell durchgereicht zu werden. Ein Sieg gegen den mit vier Spielen weniger im Gepäck anreisenden Tabellennachbarn aus Stuttgart hieß deshalb das erklärte Ziel.

Trainer Wolfgang Frank bescherte Felicio Brown-Forbes ein Debüt von Anfang an, musste aber auf den gelbgesperrten Ralf Schmidt und den knieverletzten Christian Reimann verzichten. Bei den Gästen wirkte der Ex-Jenaer Soufian Benyamina mit, während das Wiedersehen mit Michael Gardawski wegen dessen Ampelkarte aus einem Spiel zwei Monate zuvor ins Wasser fiel. Beide Mannschaften legten einen verhaltenen Start hin. Die Absicherung nach hinten war zunächst oberstes Gebot. Einzig und allein in Minute sieben ergab sich eine Gelegenheit für die Gastgeber, nachdem Landeka Nikol angespielt hatte, dessen Eingabe von der linken Seite Bopp erreichte und dieser mit einem Flachschuss aus 11 Metern an Leno im VfB-Gehäuse scheiterte. Danach vergingen fast zwanzig Minuten ohne eine echte Tormöglichkeit auf beiden Seiten. Die drohende Tristesse wurde verhindert durch drei aufeinanderfolgende Aktionen ab Minute 26. Sebastian Hähnge, immer mit gutem Blick für den freien Nebenmann, legte da zur Seite auf Truckenbrod ab. Dieser dribbelte an zwei Gegenspielern vorbei, zog nach links zum Torraumeck, doch beim Abschluss blieb Leno wiederum Sieger. Immerhin Eckball, bei dem Stuttgarts Keeper diesmal nicht ganz so souverän wirkte, flog das Leder doch genau über ihn hinweg durch den Torraum in Richtung langer Pfosten. Dort war der aufgerückte Alexander Voigt zur Stelle, traf aus Nahdistanz jedoch nur Aluminium. Im unmittelbaren Gegenzug besaß Benyamina die einmalige Gelegenheit, seinem Ex-Verein einen einzuschenken. Doch Ronny Nikol stand goldrichtig, lenkte den aus zwölf Metern geschossenen Ball für seinen Torwart zur Ecke. Noch ein Aufsetzerball von Bopp, bei dem Leno aber nicht eingreifen musste (42.) und dann ging es auch schon in die Kabinen. So richtig erwärmen können hatten sich die gut viertausend Zuschauer (der Gästeblock blieb mangels Kundschaft gleich mal geschlossen) angesichts der ersten 45 Minuten nicht.

Dafür begann die zweite Hälfte mit einem Paukenschlag. Denn nicht einmal drei Minuten waren gespielt, als der FCC mit 1:0 in Front zog. Der Stadionsprecher verkündete Sebastian Hähnge als Torschützen und der wäre es vermutlich auch geworden - wenn ihm nicht Stuttgarts Nummer 4 zuvor gekommen wäre. Beim Versuch, vor Hähnge den Ball zur Ecke zur lenken, unterlief Ermin Bicakcic ein glasklares Eigentor und deshalb stürzten sich jubelnde Jenaer auf Martin Ullmann, der mit einer schön gezirkelten Flanke von der rechten Seite den Führungstreffer eingeleitet hatte.

Jenas Trainer und Spieler waren sich hinterher einig, nach dem glücklichen Führungstreffer zu wenig für eine Spielentscheidung getan zu haben. Von nachlassender Konzentration war da die Rede, nachdem man den Kontrahenten eigentlich klar beherrscht hatte. Tatsache ist, dass die U23 des Bundesligisten bis dato hinten ganz ordentlich gestanden hatte - nicht umsonst ist sie die Mannschaft mit den zweitwenigsten Gegentreffern - aber nach vorn recht wenig Initiative zeigte. Dass sich dies nun änderte, lag weniger am eingewechselten zweiten Stürmer auf VfB-Seite, sondern vorrangig an der fehlenden Konsequenz der Jenaer. Ein Fehler von Nikol im Mittelfeld eröffnete Stuttgart nach 61 Minuten die Möglichkeit zum Konter. In dessen Verlauf war es ein weiterer Fehler, Eugen Bopp ließ eine Flanke von der Brust genau vor die Füße von Rathgeb plumsen, der den Gästen ihre bis dahin größte Chance bescherte. Nur gut, dass Carsten Nulle die Gefahr blitzschnell erkannte und im Duell der Mannschaftskapitäne Rathgebs Schuss aus Nahdistanz zur Ecke lenken konnte. Dass es nach dieser Szene noch immer 1:0 stand, war allein Jenas Schlussmann zu verdanken. Dies soll mit Blick auf die darauffolgende Aktion sechs Minuten weiter ausdrücklich erwähnt werden. Machte Carsten Nulle beim kuriosen Ausgleichstreffer doch eine extrem unglückliche Figur. Dabei hatte Tobias Rathgeb nach Aussagen Jenaer Spieler seiner verunglückt wirkenden Bogenlampe bereits mit dem berühmten S-C-H-Wort hinterher geflucht, als diese Bogenlampe, von niemandem mehr berührt, für alle überraschend im Netz landete. Was war passiert ? Ein eigentlich harmloser Ball war zur gefährlichen Waffe geworden, weil ihn Carsten Nulle gegen die tiefstehende Sonne einfach nicht wahrnahm. Zusätzlich irritierte ihn auch noch ein vor ihm herumlaufendes Spielerpärchen und so brachte Jenas Schlussmann nur einen hilflosen Hüpfer auf der Linie zustande, mit dem der Ausgleich freilich nicht zu verhindern war.

Es stand also wieder unentschieden, doch waren jetzt mehr Bremsen im Spiel gelöst als noch in Hälfte eins. Unbestrittenen Anteil daran hatte der eingewechselte Orlando, der sich diesmal sichtbar viel vorgenommen hatte. Als Rühe gefährlich im Jenaer Strafraum auftauchte, war es eben jener Orlando, der den Stuttgarter so was von sauber ablief, dass man kurzzeitig meinte, einer Fata Morgana aufgesessen zu sein. Orlando hinten rechts in der Abwehr ? Er war es wirklich. Und hätte in Minute 79, zurück auf seiner angestammten Offensivposition, beinahe den erneuten Führungstreffer markiert, als er mit einem sich nach der Pause steigernden Martin Ullmann zunächst Doppelpass spielte, dann aus vollem Lauf aber knapp verzog. Auch die Schlussminuten wurden zu einer Ein-Mann-Vorstellung von Orlando. An dessen Flanke nach Sololauf von der linken Seite bekam Leno gerade noch so die Fingerspitzen heran (82.). Und nach einem abgewehrten Ball Ziegners nahm der Holländer noch einmal Maß, ballerte aber erneut denkbar knapp daneben (89.). Die Einzelaktionen eines Orlando dürfen freilich nicht darüber hinwegtäuschen, dass von einem durchdachten Jenaer Überzahlspiel in der Schlussphase - Holzhauser war nach Einsteigen von hinten des Feldes verwiesen worden - nicht viel zu sehen war.

Wieder mal ein Match, bei dem die Gäste nach Abpfiff zufriedener den Platz verließen. Sebastian Hähnge bringt es auf den Punkt, wenn er im Resümee dieser neunzig Minuten meint: "Ich bin enttäuscht und traurig, weil hier mehr drin war. Hoffentlich fehlen uns die zwei Punkte am Ende nicht."

--Frank Cichos

  1. Mit freundlicher Genehmigung von Franks FCC-Seite übernommen.