2010/2011 02. Spieltag: SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 2. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung SG Dynamo Dresden - FCC
Ort Rudolf-Harbig-Stadion
in Dresden
Zeit Sa. 31.07.2010 14 Uhr
Zuschauer 21.604
Schiedsrichter Florian Meyer (Burgdorf)
Ergebnis 2:0
Tore
  • 1:0 G. Müller (34.)
  • 2:0 Gundersen (53.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Dresden
Axel Keller
Jonas Strifler, Thomas Hübener, Denny Herzig, Dennis Bührer
Lars Jungnickel, Gerrit Müller (68. Sebastian Schuppan, 87. Thomas Franke), Robert Koch, Maik Kegel
Shergo Biran (76. Marc Sand), Tore Gundersen

Trainer: Matthias Maucksch

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Tim WuttkeGelbe Karte.gif, Marco Riemer, Moses Sichone, Ronny Nikol
Tobias KurbjuweitGelbe Karte.gif (57. Torsten Ziegner), Jens Truckenbrod, Ralf Schmidt, Josip LandekaGelbe Karte.gif (83. Davy Frick)
Sebastian Hähnge, Christian Reimann (57. Exaucé Mayombo)

Trainer: Jürgen Raab

Spielbericht [1]

Lang lang ist's her, dass ich meinen letzten Auswärtsbericht aus Dresden geschrieben habe. Nach dem 0:4-Debakel in der Saison 1998/99 war ich zwar bei etlichen Jenaer Gastspielen in Elbflorenz dabei, erlebt Höhen und Tiefen mit. Doch darüber zu berichten gilt es erst 12 Jahre später wieder.

In der Woche vor diesem Match hatte Trainer Jürgen Raab sein Hauptaugenmerk darauf gelegt, die Mannschaft auf die Drittliga-Megakulisse von mehr als 20.000 Zuschauern einzustellen. Mit Erfolg, denn die Zeiss-Elf schien kein bisschen beeindruckt zu sein von der lauten Atmosphäre im Rudolf-Harbig-Stadion. Nach Kurbjuweits Einwurf und Hähnges Ablage gab Christian Reimann den ersten Torschuss dieser Partie ab (5.). Auf der Gegenseite war es Hübener, der im Anschluss an den ersten Eckball freistehend verzog (8.). Schnell wurde klar: Eine abwartende Grundhaltung hatte keines der beiden Teams verordnet bekommen. Bemerkenswerterweise spielte sich die Mehrzahl der Aktionen zunächst sogar in der Hälfte der Gastgeber ab. So als suche die Zeiss-Elf ihr Heil in der Flucht nach vorn, weil eine Kontertaktik ohne den gesperrten Orlando und mit Reimann als einziger Spitze nicht viel Aussicht auf Erfolg hätte. Dresdens Aktion mit Gerrit Müller, dessen Schrägschuss übers Dreiangel segelte, wurde umgehend beantwortet durch Hähnge, der Kurbjuweits Vorlage leider nicht unter Kontrolle bekam und deshalb an Keller hängen blieb (24.). Jenas 2000 Mann starker Anhang spürte, dass hier etwas zu holen ist. Nicht nur optisch durch extra für diesen Tag angefertigte Trikots, sondern auch stimmungstechnisch stand der Gästeblock geschlossen hinter seiner Elf. In der es nach 26 Minuten mal kurz eine Meinungsverschiedenheit gab, als Landeka meinte, einen Eckball ausführen zu dürfen und Kurbjuweit den Ball aus den Händen nahm. Da die Kugel zuvor aber die Seitenlinie überquert hatte, übergab der Kroate das Leder dann doch wieder zum Einwerfen an Kurbjuweit, was diesen nicht sonderlich zu amüsieren schien. Ein ernstes Wort unter Männern und die Sache war aus der Welt. Zumal Landeka gleich auch wieder bei Standards zutun bekommen sollte. Seinen Eckball köpfte Sichone am Tor vorbei und den Freistoß führte unser kroatischer Neuzugang gleich direkt aus, um eine Zwei-Mann-Mauer herum aufs Tor ziehend. Nur Axel Keller ließ sich nicht überlisten. Sekunden später auf der Gegenseite. Ruhiger Spielaufbau der Dresdner, Geritt Müller bekommt inmitten der Jenaer Hälfte nahe der rechten Außenlinie den Ball. Nimmt Tempo auf, umspielt Ralf Schmidt und zieht ins Zentrum. Wo sich merkwürdigerweise kein Jenaer Abwehrspieler aufhält, Riemer zu spät kommt und Nulle zu weit vor seinem Tor stehend auch nur noch hinterher schauen kann, wie der aus 19 Metern geschossene Ball in seinem Kasten einschlägt. 1:0 für Dynamo, durch eine Unachtsamkeit hatte sich der FCC ein Stück weit selbst in Rückstand gebracht. Die Spielminuten danach glichen jenen zuvor. Jenas Akteure spielten sich gefällig vorm gegnerischen Strafraum den Ball zu, aber irgendwie ging ihren Offensivaktionen das letzte Stückchen Entschlossenheit ab. Warum versuchte niemand mal über Außen bis an die Grundlinie zu laufen, um eine Flanke in den Rücken der gegnerischen Abwehr bringen zu können ? Dresdens ebenfalls neu zusammengestellte Mannschaft, das spürte man in Halbzeit eins, war nach ihrer Auftaktniederlage alles andere als gefestigt. Was wäre für den FC Carl Zeiss da nicht alles möglich gewesen ! Stattdessen musste er nun froh sein, nicht schon mit zwei Toren Rückstand in die Halbzeitpause gehen zu müssen. Denn Biran fehlten in der 44. Minute nur wenige Zentimeter Körpergröße zum ansonsten unausweichlichen 2:0.

Torschütze Gerrit Müller sorgte auch gleich nach der Pause wieder für Gefahr. Wobei - gefährlich wurde es eigentlich erst durch falsches Distanzieren von Ronny Nikol und den Abwehrversuch von Moses Sichone, der die Hereingabe von Müller in Richtung eigenes Tor ablenkte. Carsten Nulle war eigentlich schon auf dem Weg in die Mitte und verdiente sich für seine Reflexreaktion deshalb ein Sonderlob, nachdem er Sichones Ball über die Latte gelenkt hatte. Freilich sieht auch der beste Torhüter irgendwie alt aus in einer Szene wie beim 2:0 nach 52 Minuten. Den langen Ball von der linken Seite versuchen Gundersen und Sichone zu erlaufen. Der Jenaer probiert mit langem Bein zu klären, verfehlt den Ball aber klar und verliert obendrein noch den entscheidenden Meter auf seinen Gegenspieler. Nulle baute sich zwar noch auf vorm Norweger, doch ließ sich dieser nicht beirren. Gehörte Sichone ansonsten noch zu den Besseren, beeinträchtigt dieser eine, entscheidende Abwehrschnitzer seine Gesamteinschätzung doch erheblich. Nun sind zwei Tore Rückstand nicht unaufholbar und noch war mehr als eine halbe Stunde lang zu spielen. Doch mit seinem Treffer schien Gundersen einer ganzen Elf den Schneid abgekauft zu haben. Wenn noch etwas ging nach vorn, dann durch Einzelaktionen wie jener von Landeka nach einer Stunde, bei der wir uns allerdings fragten, ob da ein Torschuss oder eine Vorlage produziert werden sollte. Oder jener von Hähnge in Minute 71, hier bekam Keller wieder eine Hand an den Ball. Erschwerend kam hinzu, dass die Einwechselspieler im Gegensatz zur Vorwoche diesmal nicht für frischen Wind sorgten. Ziegner und Mayombo spielten keinen Deut besser als jene Akteure, für die sie gekommen waren. Als Jenas Routinier Ziegner kurz vor Schluss einen Eckball hinter die Grundlinie ins Aus bugsierte, wurde vorübergehend Unmut laut im ansonsten geduldigen Jenaer Anhang. Sich hier vermehrt aufzuregen, hätte auch nichts bewirkt. Mag die Führung der Dresdner zur Pause noch ein wenig glücklich gewesen sein, in der zweiten Halbzeit hatten die Einheimischen den Kontrahenten so was von sicher im Sack, dass sie es eher noch versäumten, ihn fester zu zu binden. Gundersen wurde im letzten Moment von Nikol gestoppt (67.). Schuppan scheiterte an Nulle (85.).

Drei Monate nach dem Jenaer 3:0-Triumph an gleicher Stätte gab es diesmal Jubelwellen in schwarz-gelb. Und obwohl es im Vergleich zu '99 diesmal nur die Hälfte an Gegentoren gegeben hatte, verließ der Kommentator ebenso enttäuscht das Dresdner Stadion wie damals.

--Frank Cichos

  1. Mit freundlicher Genehmigung von Franks FCC-Seite übernommen.