1980/1981 13. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BFC Dynamo 2:2

Aus FCC-Wiki
(Weitergeleitet von 80/81 13)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 13. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BFC Dynamo
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 29.11.1980 13:00 Uhr
Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Wusterhausen)
Ergebnis 2:2
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Dieter Noack (60. Thomas Töpfer), Konrad Weise, Dietmar Sengewald (74. Andreas Bielau)
Gerhardt Hoppe, Andreas Krause, Lutz Lindemann
Martin Trocha, Jürgen Raab, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Bodo Rudwaleit
Norbert Trieloff
Michael Noack, Rainer Troppa, Artur Ullrich
Ralf Sträßer, Frank Terletzki, Olaf Seier (80. Frank Rohde)
Roland Jüngling (75. Falko Götz), Bernd Schulz, Wolf-Rüdiger Netz

Trainer: Jürgen Bogs

Spielbericht

Im entscheidenden Moment war der Meister da!

Der Titelverteidiger erbrachte im Ernst-Abbe-Stadion nicht zum ersten Mal den Nachweis, mit welcher einer Konzentration, Disziplin und Zähigkeit er eine entscheidende Meisterschaftsaufgabe zu lösen vermag. "Wir wollten vorn bleiben, auch das neunte Spiel ungeschlagen überstehen. Und dieses Vorhaben hat das Kollektiv mit hoher Moral in die Tat umgesetzt."

Auch Manfred Kirste, der Klubvorsitzende, strahlte, umarmte Wolf-Rüdiger Netz, "der wieder einmal den richtigen Torriecher hatte", fügte Cheftrainer Dr. Dieter Fuchs hinzu. Sein Hechtkopfball, von F. Rohde und Terletzki vorbereitet, krönte diese turbulente, dramatische Begegnung.

Als beide Kontrahenten vor dem Anpfiff die Beschaffenheit des Platzes überprüften, wußten sie, was die Glocke geschlagen hatte. Dieser aufgeweichte, tiefe Boden, der von einer dünnen Schneeschicht überzogen war, erlaubte keinen spielerischen Feinschliff. Auf ihm waren vor allem kämpferische Qualitäten, Fitneß, Tempobereitschaft und ein ausgeprägtes Stehvermögen gefragt. "Diese Tugenden zeichneten beide Mannschaften in hohem Maße aus." Auch DFV-Trainer Bernd Stange stimmte anschließend in den Chor der positiven Stimmen ein.

Der dominierende Gastgeber, und das kam erwartet, zog vom Anpfiff weg sein kraftvolles, von enormem läuferischem Aufwand getragenes Spiel auf. Schnuphase, auch Lindemann, der sich sehenswerte Duelle mit Seier lieferte, zogen immer wieder das Tempo an, inszenierten das Druckspiel, das dennoch über 70 Minuten lang beim Meister nahezu keine Wirkung hinterließ. Er nämlich blockte mit stoischer Ruhe, mit Cleverness und glänzender taktischer Disziplin die Angriffe ab und bewies, daß er ohne Zweifel über die stärkste Abwehr verfügt.

Trieloff, umsichtig und eiskalt agierend, war der Organisator. Troppa und Noack bestanden gegen Raab und Vogel. Und im schönsten Duell des Tages, im fairsten dazu (!), besaß Ullrich ein leichtes Übergewicht gegen Trocha. Rudwaleit aber unterstrich sein Reaktionsvermögen bei Weises Gewaltschuß (3.), gegen Schnuphase (24.) und bei Vogels Kopfball (31.).

Eigene Konterzüge aber, "die wir resoluter aufziehen wollten", meinte BFC-Trainer Joachim Hall, glückten nur in den ersten 15 Minuten (Jüngling, Netz). Aber dafür spielte Terletzki wieder einmal seine Qualitäten aus. Er nämlich nutzte die einzige Freistoßchance vor der Pause (!). "Sein Flachschuß wurde von der Mauer abgefälscht", erzählte Hans-Ullrich Grapenthin, während die Jenaer aus acht ähnlichen Gelegenheiten kein Kapital schlugen.

Das Aufbegehren der Platzherren, die nach dem Schnuphase-Tor sichtlich gelöster, wuchtiger stürmten, schien sich aber dann doch noch auszuzahlen, dazu der Tausch von zwei Abwehrspielern gegen zwei Stürmer. Und sie, Töpfer und Bielau, inszenierten nicht nur das 2:1, sondern Bielau besaß auch die Chancen zur endgültigen Entscheidung (86., 88.).

Zum Schiedsrichterkolektiv: Trotz großer Einsatzfreude erleichterten beide Mannschaften Scheurell das bei diesen widrigen Bodenverhältnissen gewiß nicht leichte Amtieren. Prokop wirkte beim Anzeigen von Abseits nicht so sicher.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 2. Dezember 1980)

Weblinks