1980/1981 16. Spieltag: Hallescher FC Chemie - FC Carl Zeiss Jena 0:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 16. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Rückrunde
Ansetzung Hallescher FC Chemie - FC Carl Zeiss Jena
Ort Kurt-Wabbel-Stadion in Halle
Zeit Sa. 07.03.1981 15:00 Uhr
Zuschauer 20.000
Schiedsrichter Klaus-Dieter Stenzel (Senftenberg)
Ergebnis 0:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Halle
Ulrich Kühn
Manfred Fülle
Dieter Strozniak, Roland Wawrzyniak, Andreas Broz (59. Lutz Radtke)
Norbert Schübbe, (51. Holger Krostitz), Hartmut Meinert, Wolfgang Schmidt
Uwe Lorenz, Frank Pastor, Werner Peter

Trainer: Peter Kohl

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Gerhardt Hoppe, Wolfgang Schilling
Andreas Krause, Lothar Kurbjuweit, Dietmar Sengewald
Andreas Bielau, Jürgen Raab, Martin Trocha (38. Lutz Lindemann)

Trainer: Hans Meyer

Kurbjuweit überspringt Kühn fair

Spielbericht

Das 26-Sekunden-Meisterstück

Anstoß des HFC - Rückspiel auf Meinert - Fehlpaß - Jenaer Angriff über Bielau - Zuspiel auf Kurbjuweit - Schuß aus 22 Metern - 0:1! So schnell ging´s. Genau 26 Sekunden waren gespielt, und die Gäste hatten ihr Meisterstück gemacht, ihren nunmehr bereits sechsten Auswärtssieg herausgeholt.

Dieser Schock saß beim HFC tief, sehr tief. Von ihm erholten sich die Gastgeber nicht mehr. Alle guten Vorsätze wurden in Blitzesschnelle zunichte gemacht. "Jetzt müssen wir uns wohl langsam nach unten orientieren", meinte Holger Krostitz enttäuscht. Alle, die nach dem Rückstand eine ähnliche Steigerung wie beim 2:1 gegen den BFC erhofft hatten, mußten sich eines Besseren belehren lassen. Die Gastgeber fanden nach dem plötzlichen 0:1 nie die erwartete Sicherheit (Fülle, Wawrzyniak, Broz), verfielen vielmehr in Unproduktivität, Umständlichkeit, Harmlosigkeit. Gefährliche, temperamentvolle Aktionen, mit denen dem Gast beizukommen gewesen wäre, ließen sich an den Fingern einer Hand abzählen. Da mußten die Jenaer schon selbst patzen (Hoppe gegen Pastor, 17.), um in Gefahr zu geraten.

Doch das kam so gut wie nie vor. Da stellten sich die Thüringer nämlich als kompakte Einheit vor, die clever und vielbeinig verteidigte, aber auch zu vielen weiteren Schlägen ausholte, ohne jedoch das Meisterstück zu wiederholen. "Dabei hatten wir neben großen Räumen auch noch etliche Chancen, ein zweites Tor zu schießen", kommentierte der sich ständig auf Achse befindende Bielau. "Wenn ich nur an meinen Pfostenschuß denke..." Das hätte nach einem Solo des Rechtsaußen über fast das gesamte Feld bereits in der 57. Minute die endgültige Entscheidung sein können. Da Trocha verletzt ausschied, Raab sich immer wieder zurückzog (so von Wawrzyniak nie zu stellen war), blieb Bielau die einzige ständige Spitze. Mit welchem Fleiß er zu Werke ging, störte, wo zu stören sich lohnte, wegsprintete, wenn sich die Gelegenheit bot, das fiel angenehm auf. Übertroffen wurde er nur von Kurbjuweit, der in seiner Mittelfeldrolle die Bälle verteilte, millimetergenaue Pässe schlug, als hätte er nie auf einer anderen Position gestanden. So wichen die Gäste vom Siegkurs, bereits nach 26 Sekunden von ihrem Kapitän "befohlen", nicht mehr ab.

(Andreas Baingo in "Die Neue Fußballwoche" vom 10. März 1981)

  • NWOL 3:0 - Tore : Wagner , Peschke , Ceranski
  • Jena : Runkewitz , Reichmann , Kulb , Böttner , Kahnt , Steinborn ( 65.Stengel) , Meixner , Pittelkow , Roß , U. Burow , Rost (65.Dern)