1980/1981 23. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FC Karl-Marx-Stadt 5:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 23. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - FC Karl-Marx-Stadt
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Fr. 08.05.1981 17:00 Uhr
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Wolfgang Henning (Rostock)
Ergebnis 5:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Lothar Kurbjuweit, Wolfgang Schilling
Gerhardt Hoppe, Andreas Krause, Lutz Lindemann
Andreas Bielau, Jürgen Raab, Eberhard Vogel

Trainer: i. V. Helmut Stein

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Karl-Marx-Stadt
Uwe Fuchs
Frank Sorge
Frank Uhlig, Carsten Lettau (60. Uwe Heß), Andreas Heydel
Frank Eitemüller, Joachim Müller (60. Stefan Persigehl), Andreas Müller
Jürgen Bähringer, Hans Richter, Wolfgang Ihle

Trainer: Manfred Lienemann


Spielbericht

Schnuphases Tor mobilisierte Jena

Noch eine halbe Stunde nach Beginn hatte kaum jemand im Stadion das Gefühl, es könnte zu einem Debakel für die Gäste kommen. Über A. Müller und den robusten Richter hatten sie anfangs sogar für einige Aufregung im Strafraum der Jenaer gesorgt. im weiteren Verlauf der Partie verteidigten sie ihr Heiligtum mit Glück und Geschick. Bis eben zur 33. Minute, als es Libero Schnuphase einfach nicht mehr hinten hielt. Er erwischte das Leder etwa am Strafstoßpunkt, nachdem sich Raab um die Vorarbeit verdient gemacht hatte und schmetterte es unter den Querbalken.

Ein Treffer, der mobilisierende Wirkung auf den Gastgeber hatte. Mit pausenloser Unterstützung aus den hinteren Reihen - Schilling und Brauer wurden zu zusätzlichen Flügelstürmern - griffen die Jenaer nun an, und diesem Tempospiel, dem es weder an Präzision noch an Phantasie fehlte, mußte der FCK schließlich erwartungsgemäß Tribut zollen. Als es zwischen der 55. und 60. Minute gleich dreimal im Gehäuse von Fuchs einschlug, war dies nur der Ausdruck der überaus zielstrebigen Aktionen der Gastgeber, in dessen Reihen sich jeder einzelne Akteur noch einmal für das EC-Finale empfehlen wollte. Am besten gelang dies an diesem Flutlichtabend wohl Schilling, der gegen den "Goliath" Bähringer sogar die Kopfballduelle gewann.

Beim FCK fiel auf, daß außer Sorge und Richter niemand in der Lage war, dem hohen Tempo der Jenaer zu folgen. "Mit zwei relativ gut spielenden Akteuren war natürlich der FC Carl Zeiss auf Dauer in seinem Tatendrang nicht einzuschränken", war sich schließlich auch FCK-Trainer Lienemann im klaren, der von einem "hochverdienten Sieg des Gastgebers" sprach. Helmut Stein, der den in Tbilissi zur Spielbeobachtung weilenden Hans Meyer vertrat, war vor allem mit dem Aktionsradius seiner Männer zufrieden. "Es war unsere Generalprobe für Düsseldorf. Und ich muß sagen, daß sie jeder einzelne ordentlich genutzt hat", faßte er zusammen.

Und daran gibt es wirklich keine Abstriche zu machen. Gemessen an den Chancen (Lindemann, Bielau, Raab) hätte der FCK in Jena noch weitaus deutlicher unter die Räder kommen können. Daran ändert auch nichts, daß Richter (75.) und Bähringer (76.) durchaus zwei vielversprechende Einschußmöglichkeiten hatten. Für den FCK ging in Jena wieder einmal das Licht aus und das auch im buchstäblichen Sinne. Neun Minuten vor dem Abpfiff mußte Schiedsrichter Henning unterbrechen, weil die Szenerie kaum noch ausgeleuchtet war. Als es nach sieben Minuten weiterging, war der Elan der Jenaer, zum Glück für den FCK, verpufft.

(Rainer Nachtigall in "Die Neue Fußballwoche" vom 12. Mai 1981)