2010/2011 07. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SSV Jahn Regensburg 1:2

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 7. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung FCC - SSV Jahn Regensburg
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 12.09.2010 14 Uhr
Zuschauer 5.432
Schiedsrichter Florian Steinberg (Korntal-Münchingen)
Ergebnis 1:2 (0:2)
Tore
  • 0:1 Schweinsteiger (27.)
  • 0:2 Temür (40.)
  • 1:2 Reimann (65.)
Andere Spiele
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Programmheft
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Carsten Nulle
Marco Riemer, Moses SichoneGelbe Karte.gif (46. Christian Reimann), Alexander VoigtGelbe Karte.gif, Ralf Schmidt
André Luge, Jens Truckenbrod, Sören Eismann, Josip Landeka (74. Tobias Kurbjuweit)
Orlando Smeekes (46. Felix Holzner), Sebastian Hähnge

Trainer: Jürgen Raab

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Regensburg
Michael Hofmann
Stefan JaroschGelbrote Karte.gif, Sebastian Nachreiner, Jeremy Karikari, Stefan Binder
Marco Haller, Tobias Zellner, Tobias Schlauderer, Mahmut Temür (88. Martin Zurawsky)
Tobias Schweinsteiger (63. Alexander Buch), Petr Stoilov (58. Andres Miguel Formento)

Trainer: Markus Weinzierl

Spielbericht [1]

Nach seiner unnötig langen Sperre war Orlando den Medienvertretern für die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Regensburg als Gesprächsgast angekündigt worden. Doch der Holländer ließ sich entschuldigen. Er wolle lieber Taten auf dem Platz sprechen lassen und vorher nicht so viel reden.

Wie seine Nebenleute ging Orlando sichtlich motiviert in diese Partie. Trotzdem spielten sich die Anfangsszenen in der Jenaer Hälfte ab. Ihren ersten Eckball platzierten die Gäste zielgerichtet vor die Strafraumgrenze auf den freistehenden Haller. Dieser zirkelte den Ball Richtung linkes Dreiangel. Nulle war schon daran vorbei geflogen, ehe ihn Riemer mit einem spektakulären Hechtflugkopfball noch über die Latte befördern konnte (3.). Bei den Regensburgern waren die beiden Innenverteidiger nach Feldverweisen gesperrt. Andere Abwehrspieler wie der Ex-Jenaer Alexander Maul fehlten verletzt, sodass im Kern der Abwehr das letzte Aufgebot auf dem Feld stand. Schien es zunächst so, als würde die neue Hintermannschaft der Gäste gar nicht erst auf die Probe gestellt, kam die Zeiss-Elf vor Ablauf der ersten Viertelstunde doch noch zu einigen ansehnlichen Offensivaktionen. Landeka, Truckenbrod und der diesmal von Anbeginn aufgebotene André Luge fütterten die zentral agierenden Akteure mit Flanken. Die Nominierung von Luge kam für die meisten überraschend, wurde aber gut geheißen. Nach den positiven Eindrücken als Joker hatte sich der Junge solch eine Chance einfach verdient. Und Orlando ? Bekam in der 16. Minute seinen ersten großen Auftritt, als er einen von Landeka erkämpften Ball aufnahm, in den Strafraum hinein dribbelte, in guter Schussposition aber das Leder nur ungenügend traf. Beifall gab's trotzdem, denn genau diesen Orlando wollen die Leute sehen !

Der Tabellenfünfte bleibt aber nichts schuldig. Tobias Schweinsteiger, Bruder des Nationalspielers, schießt aus spitzem Winkel hinters Tor (23.). Und nimmt drei Minuten später einen langen Ball aus dem Mittelfeld an. Im Laufduell mit Sichone gibt keiner auch nur einen Meter preis, Schweinsteiger bleibt aber am Ball und lupft ihn über Carsten Nulle hinweg ins Netz. Da Sichone am Torschützen dran war, bestand für Jenas Keeper eigentlich kein Anlass dazu, derart weit aus seinem Kasten heraus zu kommen. Den Gegentreffer muss sich Nulle deshalb mit ankreiden lassen.

Der nächste Aufreger folgte nach genau einer halben Stunde. Landeka stolpert im Strafraum über ein Abwehrbein, kein Pfiff, stattdessen Gelb für Voigt, der sich aufgeregt hatte. Als vier Minuten später auch noch Sichone für ein Allerweltsfoul den Karton sah, war der Referee aus Baden-Würtemberg bei den Zuschauern erst einmal unten durch. Am Schiri allein lag es aber nun wirklich nicht, dass in dieser Phase nichts mehr zusammenlief im Jenaer Spiel. Die Raab-Schützlinge waren nicht mehr nah genug an ihren Gegenspielern, eroberten keine Bälle, kamen nicht mehr zu eigenen Angriffsaktionen - als wäre mit dem Gegentreffer jegliches Selbstvertrauen über Bord gegangen. Erklärungsversuche ? "Ich habe den Eindruck, da ist Angst im Spiel. Nach den ersten Misserfolgserlebnissen gehen die Köpfe nach unten und wir rufen unsere Leistung nicht mehr ab", analysiert Sebastian Hähnge diese Phase. Er wie auch Stürmer Orlando bekamen vorn kaum einen Ball mehr, weil Regensburg nach Belieben angreifen konnte. Säbelte Schlauderer nach 35 Minuten völlig freistehend noch über den Ball, gelang Mahmut Temür fünf Minuten später der Treffer zur 2:0-Führung. Und auch dies wieder unter gütiger Jenaer Mitwirkung. Riemer ließ sich austanzen, Luge und Sichone verharrten in der Beobachterrolle - gegen Temürs Schuss ins lange Eck war Nulle diesmal machtlos. Erst jetzt, als es beinahe schon wieder zu spät war, folgte die überfällige Reaktion, ein erstes Aufbäumen. Landeka bugsiert Hähnges Vorlage über die Latte (42.). Riemers straffer Distanzschuss knallt zwei Meter neben dem Tor an die Werbebanden (44.). Und auch Eismann nahm noch mal Maß (45.). Ohne Erfolg.

Das Saisondebüt von Orlando, es dauerte nur eine Halbzeit lang. In solch einer Spielsituation helfe er nicht weiter, begründete Trainer Jürgen Raab die Auswechslung zur Pause und stellte stattdessen Strafraumwühler Christian Reimann in die Spitze. Zudem gab Felix Holzner ab der 46. Minute sein Comeback in der ersten Mannschaft, ziemlich genau 15 Monate nach seinem Kreuzbandriss. Mit dem Mute der Verzweiflung machten die Jenaer da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Einen schön über die Mauer gezirkelten Freistoß von Landeka kann SSV-Keeper Michael Hofmann gerade noch von der Linie fischen (47.). Fünf Minuten später haben die Zuschauer den Torschrei schon wieder auf den Lippen, als André Luge den Ball an Hofmann vorbei gegen den Innenpfosten schiebt. Doch den Weg ins Tor findet er nicht. Dabei hätte ein Anschlusstreffer zu diesem Zeitpunkt so gut getan ! Den verdienten sich die Jenaer in der 65. Minute mit einer Kombination über vier Stationen, die da hießen: Schmidt - Hähnge - Truckenbrod - Reimann. So abgebrüht, wie der 30jährige Torschütze dem Hofmann den Ball durch die Beine spielte, scheint Reimann zu den wenigen im Jenaer Team zu gehören, dessen Selbstvertrauen sich im Vergleich zum Saisonstart verbessert hat. Und wäre Sören Eismann im Kopfballspiel schon etwas weiter - der FCC hätte innerhalb von vier Minuten einen Zweitore-Rückstand egalisiert. So galt es weiter auf den Ausgleich zu spielen - eine Spielsituation die Gefahren in sich birgt. Etwa wenn Marco Riemer als letzter Mann den Ball vertändelt und der aus Wuppertal nach Regensburg gewechselte Formento zielstrebig damit auf Nulle zuläuft. Riemer selbst vermochte ihn gerade noch zu stoppen (72.). Da sich der einzige verwarnte Spieler auf Gästeseite, Stefan-Marcel Jarosch in der 84. Minute das zweite gelbwürdige Foul leistete und es genug Anlass zu 240 Sekunden Nachspielzeit gab, spielten die Jenaer in der Schlussphase genau zehn Minuten lang in Überzahl. Mehr als einen Kopfball Reimanns fast schon von der Grundlinie aus sprang dabei aber nicht heraus.

Zwei Abwehrschnitzer und diese merkwürdige Mutlosigkeit in der Phase zwischen beiden Gegentoren kosteten den Jenaern die Punkte. "Ich bin kein Mentaltrainer", fand auch Jürgen Raab nach dem Match keine Erklärung dafür. Vielleicht sollten Lothar Kurbjuweit und er einfach mal wieder vorort in der Friedrich-Schiller-Universität anfragen. Wäre ja nicht das erste Mal, dass sensible Fußballerseelen beim FC Carl Zeiss von dort Hilfe erhalten.

--Frank Cichos

  1. Mit freundlicher Genehmigung von Franks FCC-Seite übernommen.