2010/2011 12. Spieltag: TuS Koblenz - FC Carl Zeiss Jena 1:0

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 12. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung TuS Koblenz - FCC
Ort Stadion Oberweth in Koblenz
Zeit Fr. 15.10.2010 19:00 Uhr
Zuschauer 4.515
Schiedsrichter Malte Dittrich (Bremen)
Ergebnis 1:0 (1:0)
Tore
  • 1:0 Cannizzaro (34.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
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Koblenz
Dieter Paucken
Lars Bender (65. Lukas Nottbeck), Ole Kittner, Stefan Haben, Thomas GentnerGelbe Karte.gif
Christian Pospischil, Dennis Brinkmann, Michael Stahl (70. Oliver Laux)
Marcus Steegmann, Massimo Cannizzaro (88. Jan Hawel), Johannes Rahn

Trainer: Petrik Sander

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Carsten Nulle
Tim Wuttke (46. Moses Sichone), Sören EismannGelbe Karte.gif (81. Christian Reimann), Alexander Voigt, Ronny Nikol
Tobias Kurbjuweit (64. Josip Landeka), Jens Truckenbrod, Torsten Ziegner, Ralf Schmidt
Orlando, Sebastian Hähnge

Trainer: Wolfgang Frank

Spielbericht [1]

Alles wie immer: Tore schießt der FCC in Koblenz nur, wenn zeitgleich die "Queen Mary" am Deutschen Eck vor Anker liegt. Und so war vor schon vor der Begegnung der beiden angeschlagenen Vereine (Koblenz 3 Niederlagen in Folge, der FCC seit 8 Spielen sieglos) klar, dass es unserem Team nur über eine stabile Abwehr gelingen würde, sich nicht die nächste Auswärtsniederlage einzuhandeln. Der neue Trainer Wolfgang Frank sorgte für eine Änderung, in dem der FCC diesmal ein lupenreines 4-4-2 wirklich mit zwei Stürmern nebeneinander spielte.

Vielleicht wurden die Gastgeber von der Nachricht beflügelt, dass der Koblenzer Ex-Trainer Uwe Rapolder in der Innenstadt gesichtet wurde, oder sie verkrafteten diese unsägliche Schunkelmusik kurz vorm Anpfiff besser, jedenfalls begannen sie optisch schwungvoller als die Jenaer. Trotzdem gab es in den ersten 20 Minuten nichts Notierenswertes auf dem Rasen, es ging so lala zwischen den Strafräumen hin und her. Umso mehr passierte allerdings in der Gästekurve: Egal, was der eigentliche Auslöser war, das pauschale Verteilen von Pfefferspray aus ca. 5 m willkürlich in einen Zuschauerblock hinein (durch einen Zaun vor den "bösen" Fans geschützt, es lag also keine Verteidigungssituation für die Beamten vor), in dem sich auch Frauen und kleine Kinder befanden, hat nichts mehr mit dem "Grundsatz der Verhältnismäßigkeit" zu tun. Provokationen, wie das Herunterreißen einer Schwenkfahne durch einen vermutlichen Polizisten in Zivil kurz nach dem Reizgaseinsatz tragen zudem auch nicht zu einer entspannten Atmosphäre bei. Der einheimische Rentnermob auf der Gegengeraden kommentierte das Durchdrehen Vorgehen der Polizei mit "Immer feste druff auf die Assis, dieses Pack, die Ossis..." (In der Halbzeitpause bekamen wir einen weiteren Einblick in die Vorstellungswelt des gesitteten Koblenzer Bürgertums, als wir gefragt wurden, ob die "Chaoten im Block alles Rechtsradikale" seien.) In der 20. min dann das erste offensive Lebenszeichen des FCC, als Ziegner einen Freistoß von halbrechts in den Strafraum schickte, Voigt (?) aber das Tor verfehlte. Kurz danach sah man eine schöne Ballstafette unserer Jungs bis zur Strafraumgrenze, allerdings ohne Abschluss. Und weitere 60 Sekunden später entwickelte sich aus einem abgewehrten Koblenzer Freistoß ein Konter, bei dem Orlando von drei Gegenspielern gebremst werden musste. Nochmals drei Minuten später (zuvor hatte Nulle nach einer Ecke glänzend reagiert und den Rückstand verhindert) ließ sich Orlando von zwei Koblenzern nicht am 80-m-Sprint hindern, letztendlich fehlten jedoch etwas Kraft und Präzision (immerhin erhielt der Koblenzer "Gelb" für den "Trikothaltbarkeitstest") im Abschluss (27.). Nach der folgenden Ecke kam der Ball zur Kurbjuweit, der jedoch in aussichtsreicher Position mehr die Koblenzer Luft als den Ball traf. In der 29. min hatten wir auch eine Portion Glück als nach einer verlängerten Flanke der Ball nur Zentimeter am langen Pfosten vorbeischrammte. Und damit wären die gefährlichen Koblenzer Momente der ersten Halbzeit schon vorbei gewesen..., wenn nicht ausgerechnet Eismann, der in den letzten Spielen so gute Leistungen geboten hatte, einen an sich harmlosen springenden Ball verfehlt und ein großes Luftloch in die kühle Abendluft getreten hätte. Cannizzaro nutzte diesen Fehler, drehte sich um und ließ Nulle aus 10 m keine Chance. Rückstand in einer Phase, in der der bemühten, aber schwachen TuS eigentlich schon der "Zahn gezogen" war und man das Spiel in den Griff hatte! Eismann, der nach seinem Fehler offensichtlich gern im Boden versunken wäre, merkte man in der Folgezeit seine starke Verunsicherung an, die sich erst legte, als er nach der Pause auf die Position des Außenverteidigers rückte. In der 37. min hatte der FCC bereits die Chance, den Rückstand zu kompensieren: Hähnge bediente zunächst Wuttke auf der rechten Außenbahn, dessen präzise Flanke Orlando direkt aufs Tor knallte, Paucken jedoch den Ball nach vorn abwehren konnte. Hähnge scheiterte im zweiten Versuch an einem gefühlten halben Dutzend Verteidigern, die sich ihm entgegenstellten. Und in der 41. min stocherte ein Verteidiger den Ball am langen Pfosten schnell zur Ecke, bevor Orlando schießen konnte. Bei den Ecken und Freistößen zeigte sich aber ein weiteres Jenaer Manko, denn TuS-Keeper Paucken konnte die Bälle faktisch immer problemlos fangen, weil sie in der Regel maßgenau auf ihn gezirkelt wurden.

Die zweite Hälfte in einem relativ schwachen Spiel lebte von der Spannung, nicht von der Attraktivität. 2:0 oder Ausgleich, wem würde der nächste Erfolg gelingen. Auf der einen Seite wehrte Sichone einen Schuss vor Nulle und der Torlinie ab (49.), auf der anderen Seite zielte Hähnge bei seinem Versuch aus etwa 14 m Torentfernung ein klein wenig zu hoch. Bis zur 60. Spielminute war die TuS im Mittelfeld optisch besser, danach der FCC, aber so richtige ernsthafte Torversuche waren allseits Mangelware. Erst in der 73. min gab es einen Aufreger, als Koblenz nach einer "Kerze" Nikols eine Gelegenheit bekam, der Ball jedoch am kurzen Pfosten vorbeiging. Tja, und der FCC? Man ließ zwar den Ball in den eigenen Reihen kreisen, es fehlten aber die zündenden Ideen, die die Hausherren in Verlegenheit gebracht hätten. Hähnge wurde mit 2-3 Mann zugestellt und bei Orlando ging nach der Pause gar nichts mehr. Die Ballannahmen waren eine Katastrophe (Zuspiele auf ihn waren gleichbedeutend mit Ballverlust), er ging keinen Schritt dem Ball entgegen und selbst seine sonstige Sprintstärke hatte er anscheinend in der Kabine gelassen. Selbst als mit Reimann (kam für Eismann) ein 3-4-3 gespielt wurde, ging nichts. Lediglich in der 86. min ersprintete sich Reimann (ein ungenauer Beobachter hätte angesichts Frisur und Tempo glatt auf Orlando getippt) das Spielgerät an der Grundlinie im Strafraum, behauptete sich gegen zwei Verteidiger und passte punktgenau dorthin vors Tor, wo Sturmkollege Orlando hätte stehen müssen. Der jedoch war auf Reimann zugerannt - wahrscheinlich um den Zweikampf besser beobachten zu können... In der zweiten Nachspielminute ein letztes Aufstöhnen im Stadion, als Hähnge eine Flanke nur Richtung Tor abfälschen, jedoch nicht voll treffen konnte.

Letztendlich war für den FCC gegen ganz schwache "TuSsis" nicht mehr drin als die Niederlage, weil man vorn im Abschluss zu harmlos war und hinten wieder einmal quasi ein „Selbsttor“ schoss. Trainer Frank muss es unbedingt bis zur wichtigen nächsten Partie gegen Bremen II schaffen, die Köpfe der Spieler durchzupusten, denn am Willen an sich hat es auch in Koblenz nicht gelegen.

--Uwe

  1. Mit freundlicher Genehmigung von Franks FCC-Seite übernommen.