2015/2016 16. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FSV Zwickau 0:1

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 16. Spieltag
Saison Saison 2015/2016, Hinrunde
Ansetzung FCC - FSV Zwickau
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 29.11.2015 14:05 Uhr
Zuschauer 5.404
Schiedsrichter Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg)
Ergebnis 0:1 (0:0)
Tore
  • 0:1 Grandner (64.)
Andere Spiele
oder Berichte
Programmheft
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Raphael Koczor (Rote Karte.gif, nach Abpfiff)
Mergim Vojvoda, René Klingbeil, Justin Gerlach, Filip Krstic
Marcel Bär, Robin Krauße, René Eckardt, Niclas ErlbeckGelbe Karte.gif (69. Dusan Crnomut)
Velimir Jovanovic (76. Florian Giebel), Manfred Starke (69. Jakub Wiezik)
Trainer: Volkan Uluc
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Zwickau
Marian Unger
Patrick Wolf, Sebastian MaiGelbe Karte.gif, Robert Paul
René Lange, Toni WachsmuthGelbe Karte.gif
Patrick GöbelGelbe Karte.gif, Davy Frick (83. Morris Schröter), Christoph Göbel (63. Patrick Grandner)
Jonas Nietfeld (90. Kevin Bönisch), Marc-Philipp Zimmermann
Trainer: Torsten Ziegner

Spielbericht

Unglückliche Niederlage im Spitzenspiel

Im Spitzenduell der Regionalliga verliert der FCC vor 5.404 Zuschauern sein Heimspiel gegen den FSV Zwickau mit 0:1. Ein Fehler von Torhüter Kozcor (64.) bescherte den recht harmlosen Westsachsen einen glücklichen Sieg, während Jenas Offensivspieler beste Möglichkeiten nicht zu verwandeln vermochten. Bei tumultartigen Szenen nach Abpfiff sah Jenas Keeper noch die rote Karte.

Es war ein trüber, unwirtlicher erster Adventssonntag im Paradies. Nasskaltes stürmisches Schmuddelwetter knapp über dem Gefrierpunkt verhinderte eine noch größere Kulisse und die Südkurve erstrahlte nach der Farb-Posse erneut in tristem Lichtstadt-Grau. Dass es jedoch ein in jeder Hinsicht schwarzer Sonntag werden würde, das ahnte niemand. Volkan Uluc war durch die Erkrankung Sören Eismanns und die Verletzung Maximilian Schlegels zu insgesamt 4 Umstellungen gegenüber dem Babelsberg-Spiel gezwungen worden. Erstmals in dieser Saison war die mit nur 5 Gegentoren aus 15 Spielen bombensichere Stamm-Viererkette damit nicht beieinander. Für den Gegner hatte sich Jenas Trainer ein besonderes Rezept ausgedacht: Velimir Jovanovic stürmte als einzige echte Spitze, flankiert von Bär und Starke auf den Flügeln, während Krauße, Erlbeck und der wiedergenesene Kapitän Eckardt das zentrale Mittelfelddreieck bildeten. Erlbeck kam dabei eine Sonderaufgabe zu, stellte er doch konsequent Zwickaus Kapitän Wachsmuth zu und nahm den Südthüringer komplett aus dem Spiel.

Schon nach etwa 40 Sekunden hätte es dabei 1:0 für den FC Carl Zeiss stehen müssen. Von Bär bedient, marschierte Starke auf das Zwickauer Gehäuse zu und hätte nur auf den dann zentral freistehenden Eckardt ablegen müssen, entschied sich fatalerweise zum Torabschluss und scheiterte an Unger, einem von fünf Ex-Jenaern im roten Trikot. Eine Szene, die sinnbildlich für das Jenaer Angriffsspiel am heutigen Tag werden sollte. Tolle Ansätze, entschlossenes Einsteigen, schöne Kombinationen in Richtung Gästetor, doch die falsche finale Entscheidung und fehlendes Fortune verhinderte jeweils die Veredelung in Form eines zappelnden Netzes. So auch bei Eckardts Kopfball neben Ungers Kasten (21.) oder Gerlachs am Pfosten vorbeistreichenden Schussversuch zwei Minuten später. Da auch der einen schwachen Tag erwischende und eine sehr schwankende Linie fahrende Schiedsrichter Schwermer bei einem Rempler Fricks gegen Klingbeil im 16er nicht auf Elfmeter für Jena entschied, ging es torlos in die Pause. Die Gäste hatten im Feldspiel zwar annähernd Gleichwertigkeit erreicht, waren im Spiel nach vorn aber gänzlich harmlos geblieben und zwangen Raphael Koczor lediglich einmal zum Eingreifen, als er einen Schuss P. Göbels über die Latte lenkte.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Westsachsen etwas mutiger aus der Kabine, doch nach wenigen Minuten nahm der FCC das Heft erneut deutlich in die Hand. Jovanovic / Gerlach mit einer Doppelchance (56.) hätten die längst fällige Führung schon erzielen müssen, Starke brauchte im Strafraum zu lange (57.), und als Bärs gefühlvoller Freistoß nur an den Pfosten knallt (58.), raufte man sich im stimmungsvollen Ernst-Abbe-Sportfeld bereits verzweifelt die Haare. Drei Minuten später ist es erneut Bär, der diesmal von links in den 16er eindringt und anstatt auf die zentral mitlaufenden Mitspieler abzulegen einen missglückten Schussversuch fabriziert. Gänzliche Fassungslosigkeit dann nach 64 Minuten auf der Gegenseite, als Klingbeil per Kopf etwas zu kurz klärt und der eher schwache Schuss des Sekunden vorher eingewechselten Grandner neben dem indisponierten Koczor flach neben dem Pfosten einschlägt. Zwickaus erste echte Torchance, Grandners erste Ballberührung, ein vorweihnachtliches Geschenk ließ die etwa 700 Gästeanhänger jubeln und stellte den Spielverlauf auf den Kopf.

Was nun folgte, war ein Sturmlauf auf Zwickaus Tor. Eckardt hatte nach 68 Spielminuten die erste große Chance zum Ausgleich, scheiterte mit seinem Lupfer am herausstürzenden Unger. Dann ist es Jovanovic, der über die rechte Seite unwiderstehlich in den Strafraum zieht, drei Mitspieler als Anspielstationen hat, es aber eigensinnigerweise selbst mit dem Außenrist versucht, scheitert und zum Dank kurz darauf vom Feld genommen wird. Juri Giebel kommt in die Partie, so wie kurz zuvor bereits Wiezik und Crnomut, doch die größten Chancen hat der mittlerweile auf Mittelstürmerposition spielende Innenverteidiger Justin Gerlach auf dem Fuß, der gleich dreifach vergibt: Zunächst spitzelt er das Leder an Unger vorbei, die Fünftausend haben den Torschrei auf den Lippen, doch die Kugel hoppelt Millimeter am langen Pfosten des leeren Tores vorbei (83.). Dann verfehlt sein Schuss von der Strafraumgrenze das Gehäuse (84.). Und schließlich klärt Unger per Fußabwehr aus Nahdistanz (87.). Jenas erste Heimniederlage der Saison war besiegelt, doch der negative Höhepunkt des inzwischen finsteren Nachmittags sollte noch folgen. Nach von Zwickaus Sebastian Mai provozierten tumultartigen Szenen nach Abpfiff, die auch Volkan Uluc sichtlich in Rage brachten, sah Raphael Koczor die rote Karte, und beim Gang in die Kabine traf der Wurf eines von einem Zuschauer geworfenen Gegenstandes Schiedsrichterassistent Patrick Kluge. Was trüb-grau begann, war spätestens jetzt in einen rabenschwarzen Adventsnachmittag verwandelt worden, der für unseren Club wohl nicht ohne Nachspiel bleiben wird.

Trainerstimmen:

Torsten Ziegner: Es war ein sehr glücklicher Sieg für uns. Beide Teams haben sich sehr wenig geschenkt, sind vor allem in den Defensivzweikämpfen sehr resolut zu Werke gegangen. Trotzdem haben wir schon in der 15. Sekunde viel Glück gehabt, als wir noch etwas schliefen und es beinahe gerumpelt hätte. Danach haben wir sehr gut gestanden, aber in der Offensive wenig zustande gebracht. Da hatten die Jungs ob der Wichtigkeit des Spiels und Jenas Serie sehr viel Respekt. Wir haben dann nach der Pause versucht mutiger zu sein, was aber trotzdem sehr schwer war, da Jena in einer sehr guten Ordnung stand. Wir sind dann glücklich zum 1:0 gekommen, aber insgesamt sehr froh über die drei Punkte, die wie gesagt sehr glücklich waren. Wir müssen uns dafür aber nicht entschuldigen. Was nach dem Spiel passiert ist, weiß ich nicht.

Volkan Uluc: Das ist Fußball. Manchmal ist es schön, manchmal ist es brutal. Trotzdem ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Es gab seitdem ich hier bin kaum ein Heimspiel, in dem wir so viele Chancen hatten wie heute. Trotzdem ist Zwickau mit dem ersten Schuss in Führung gegangen. Daher kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, bis auf die Chancenverwertung, unser altbekanntes Problem. Heute war der Fußballgott nicht auf unserer Seite. Wir waren 10 Spiele ungeschlagen, nun hat es uns getroffen, aber wir werden wieder aufstehen. Wer einen FSV Zwickau hier so beherrscht und dominiert, der hat ein Kompliment verdient. Wofür Koczor die rote Karte gesehen hat, weiß ich nicht.

--GUNNER