2010/2011 14. Spieltag: SpVgg Unterhaching - FC Carl Zeiss Jena 1:1

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 14. Spieltag
Saison Saison 2010/2011, Hinrunde
Ansetzung SpVgg Unterhaching - FCC
Ort Generali-Sportpark in Unterhaching
Zeit Sa. 30.10.2010 14:00 Uhr
Zuschauer 2.450
Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück)
Ergebnis 1:1 (1:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Unterhaching
Darius Kampa
Thorsten SchulzGelbe Karte.gif, Andreas Brysch, Torben Hoffmann, Michael Stegmayer
Roman Tyce (75. Ricardo Villar), Sebastian Mitterhuber, Robert Zillner
Leandro
Abdenour Amachaibou (81. Stephan Thee), Marc Nygaard

Trainer: Klaus Augenthaler

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Marco Riemer (32. Sören Eismann), Moses Sichone, Alexander Voigt, Ronny Nikol
Tobias Kurbjuweit, Jens TruckenbrodGelbe Karte.gif, Torsten Ziegner (39. Josip Landeka), Ralf SchmidtGelbe Karte.gif
Orlando (56. Christian ReimannGelbe Karte.gif), Sebastian Hähnge

Trainer: Wolfgang Frank

Spielbericht

Achtzehn Jahre, drei Monate und zwanzig Tage mussten Jenas Anhänger auf diesen Moment, einen erneuten Punktgewinn in Unterhaching warten, doch die Freude im ca. 350 Mann starken Gästeblock hielt sich nach Abpfiff in Grenzen. Den Zähler nahm man gern mit, doch wirklich hoffnungsvoll konnte das Gesehene nicht stimmen.

Wenn Wolfgang Frank in der Pressekonferenz nach dem Spiel davon sprach, dass ihn die erste Halbzeit an sein immerhin schon fünfzehn Jahre zurückliegendes Spiel als Trainer von Mainz 05 beim FC Carl Zeiss Jena erinnerte, als er an der Linie einem 1:6-Debakel beiwohnen musste, so sagt dies ebenso viel über die Qualität der blau-gelb-weißen Darbietungen in den ersten 45 Minuten aus wie die Tatsache, dass sich bereits nach 39 Minuten zwei FCC-Kicker auf der Bank wiederfanden. Marco Riemers Auswechslung kam einer Erlösung für den Apoldaer gleich, der mit zwei katastrophalen Ballverlusten gegen Zillner die beiden größten Chancen der Hausherren vor der Pause ermöglichte. Am ebenfalls vom Platz genommenen Torsten Ziegner ging nach Meinung von Frank das Spiel vorbei, eine Einschätzung die freilich auf alle zehn Feldspieler in Weiß zutraf. Um die Anzahl der auf das Gehäuse von Kampa abgegebenen Torschüsse zu ermitteln, benötigte man kein bayerisches Abitur: Es waren exakt Null! Dafür musste man stets die Luft anhalten, wenn wieder einmal ein Flankenball von links oder rechts durch den Jenaer Strafraum segelte und glücklicherweise keinen Abnehmer fand. Einzige Ausnahme die 22. Minute, als der fast 2 Meter große Nygaard die Kugel per Kopf seinem abseitsverdächtig am Pfosten lauernden Kollegen Amachaibou zum 1:0 auflegt. Carsten Nulle bekommt das Leder erst hinter der Linie zu fassen und nach anfänglicher Verwirrung beim Schiedsrichterkollektiv lautete die Entscheidung dann doch: Tor. Das einzige vor der Pause, denn selbst herausgespielte Möglichkeiten hatten die Bajuwaren ebenso wenig zu bieten. Es war schlicht und ergreifend ein grausames Fußballspiel.

Wolfgang Franks Halbzeitansprache fiel kurz aus und so störte das zeitige Wiedererscheinen der Thüringer auf dem Rasen das aus Geschicklichkeitsübungen mittels Laubbläsern bestehende Pausenunterhaltungsprogramm der Vorstädter, moderiert von seinem komödiantisch talentierten Stadionsprecher, der mit der Feststellung "So langsam füllt sich das Stadion" bereits kurz vor Anpfiff des Spiels die Lacher auf seiner Seite hatte. Schluss mit lustig schien die Ansage gewesen zu sein, die die FCC-Kicker nun verstanden hatten, war doch die Körpersprache eine andere und nach 48 Minuten ging bei Hähnges geblocktem Schuss und Kurbjuweits Heber neben das Tor erstmals ein Raunen durch den Gästeblock, in dem man sich ob der zahlreich rot-weiß gekleideten Münchener Ultra-Freunde unserer Horda Azzuro eher am Steigerwald wähnte, denn zwischen Fans des FCC. Bei all dem Verständnis für das Ausleben von Freundschaften, ein Mindestmaß an Anstand und Respekt für die Farben des unterstützten Vereins sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Schade, dass dem nicht so zu sein scheint und jedem Kleinkind bei seinen ersten Stadionbesuchen vermittelte Verhaltensregeln von einer Gruppe bewusst mit Füßen getreten werden, sich die Jenaer Fanszene weiter auseinander dividiert.

Doch zurück zum Geschehen auf dem Rasen, wo trotz eines nun bissigeren FCC beinahe die Rot-Blauen den Sack zugemacht hätten, mit den Hauptdarstellern Sichone und Nulle in der Hauptrolle. Zunächst klärt Jenas Keeper reaktionsschnell gegen Tyce nach Sichone-Fehler (54.), dann rettet Jenas sambischer Verteidiger gegen einen Heber Zillners auf der Linie für den aus dem Strafraum geeilten Nulle (56.). Auf der Gegenseite köpft Sebastian Hähnge eine Freistoßflanke Truckenbrods knapp über den Kasten, danach war wieder Tristesse im tristen Süden Münchens angesagt. Hachings Angst vor eigenen Akzenten nach vorn wurde von Minute zu Minute größer, während Jenas Versuche, die Hintermannschaft der Gastgeber wirklich unter Druck zu setzen, nicht mehr als bemüht wirkten. Dass es am Ende trotzdem noch zu einem Punktgewinn reichte, war dem für den erneut glücklosen Orlando ins Spiel gekommenen Christian Reimann zu verdanken, der etwas tat, das an einen echten Stürmer erinnerte. Keine Rauschen im Blätterwald zu verursachen, sondern sich mit allem was man hat in die Bälle zu stürzen, die erreichbar, oder auch scheinbar unerreichbar sind. Die Entschlossenheit, mit der der Stadtrodaer den Flankenball Kurbjuweits aus satten 12 Metern per Kopf ins Eck hechtete (85.), nur diese Entschlossenheit wird den FCC aus dem Tabellenkeller heraushieven können. Wenn Haching dafür der Anfang war, bleibt vielleicht doch etwas mehr Positives hängen als nur der eine Punkt.

--GUNNER