2013/2014 02. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - VFC Plauen 4:2

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 2. Spieltag
Saison Saison 2013/2014, Hinrunde
Ansetzung FCC - VFC Plauen
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 11.08.2013 13:30 Uhr
Zuschauer 3.833
Schiedsrichter Felix-Benjamin Schwermer (Magdeburg)
Ergebnis 4:2 (0:0)
Tore
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Tino Berbig
Sören EismannGelbe Karte.gif, Matthias PeßolatGelbe Karte.gif, Justin Gerlach, Filip Krstić
Tino Schmidt (82. Yves Brinkmann), Marco Riemer, Gramoz Kurtaj, Marcel Schlosser (74. Junior Torunarigha (Gelbrote Karte.gif, 88.))
Andis Shala, Marc-Philipp Zimmermann (61. Maxim Banaskiewicz)
Trainer: Petrik Sander
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Plauen
Oliver Birnbaum
Sascha Thönelt, Tommy Färber, Felix Lietz, Philipp Frisch
Kai Zimmermann (74. Kevin Landgraf), Daniel RupfGelbe Karte.gif
Falk Schindler (61. Toni Hager), Andreas Knoll (69. Edvinas Jasaitis), Danny Wild
Benjamin Girth

Trainer: Michael Hiemisch

Spielbericht

Zwei Schritte vor, einen zurück

Irgendwie hätte das zu diesem Spiel, zu dieser ersten Halbzeit gepasst: 45. Minute. Berbig spielt auf seiner Lieblingsposition, also Offensivlibero, und wartet an der Strafraumgrenze, wann er einen seiner Überraschungsangriffe Richtung Mittellinie starten kann. Hinter ihm ist diese öde, stinkelangweilige Torlinie. Hier steht Berbig nur, wenn Flanken in Richtung Fünfmeterraum fliegen und man als Torwart mal übers Herauslaufen nachdenken sollte. Jetzt bewegt sich Tino in der Nähe des Elfmeterpunktes. Wäre er noch einen Meter weiter vor gegangen, hätte der FCC diese 1. Halbzeit wohl mit einem Rückstand beendet. Aus Plauener Sicht nicht völlig unverdient, denn bereits nach 3 Minuten hatten die Vogtländer einen Riesen zur eigenen Führung auf dem Schlappen.

Aber Berbig erreicht den 50 Meter-Heber gerade noch mit einer Hand und bewahrt sein Team vor einer zusätzlichen Frustration nach einer Halbzeit, bei der man den Hausherren fehlenden Willen kaum vorwerfen kann, wohl aber einen gravierenden Mangel an Präzision und Esprit. Zwar wechseln Schmidt und Schlosser zeitweise die Positionen auf den Außen, sind häufig anspielbar und überzeugen wie Kurtaj und Riemer mit hoher Laufbereitschaft, doch zwei, drei guten Pässen folgt mit fast naturgesetzlicher Regelmäßigkeit ein Fehlabspiel. Trotzdem gibt es Riesenchancen für Schmidt, Shala und Peßolat. Doch sie entspringen eher dem Zufall oder sind Ergebnis individueller Klasse und weniger Resultat eines funktionierenden Zusammenspiels. Eine wirkliche Handschrift des Trainers ist noch schwer zu erkennen; böte ein Grundschüler derartiges an, wäre er über kurz oder lang versetzungsgefährdet. Oder ist es der Druck des Aufsteigenwollens, mit dem mancher im Team nicht umgehen kann?

Mit den zwei Nachpausentoren löst sich die Bremse. Beide Treffer sind gut raus gespielt, beruhigen Team und Umfeld. Der anfangs unglücklich agierende Marc-Philipp Zimmermann beißt sich ins Match, hat nun mehr Räume, um mit seiner Schnelligkeit aufzutrumpfen. Sander wechselt, ohne dass ein Bruch in eine Partie kommt, die Jena jetzt nach Belieben kontrolliert, erst recht, als Kurtaj dem unsicher wirkenden Schlussmann der Plauener das 3. Tor einschenkt. Auf den Rängen ist man zufrieden, wenn auch nicht berauscht. Halt ein Arbeitssieg, nicht spektakulär, aber am Ende völlig ungefährdet. Glaubt man zumindest.

Der Glaube währt drei Minuten. Plauens Anschlusstor erscheint erst als Ehrentreffer, als kosmetischer Makel. Als kurz darauf nach ähnlichem Muster das 2:3 fällt, greift sich der blaugelbweiße Anhang an die Stirn: Will hier irgendeine Laienspieltruppe den Schwank „Die Steigerwald-Deppen verdatteln ´ne klare Führung“ auf der heimischen Bühne inszenieren? Bei jeder Flanke in Berbigs Strafraum stockt der Atem. Souveränität? Fehlanzeige!

Doch Jena ist nicht der RWE. Zwar zeigt man kaum das ganz große Spiel, verfügt jedoch über Akteure mit der größeren individuellen Klasse, nicht nur auf den Positionen 1 bis 11, sondern in diesem Jahr auch auf den Plätzen dahinter. Wie Junior Torunarigha, der lange um seinen Vertrag in Jena kämpfte und der in der 88. Minute ebenfalls kämpft wie ein Löwe, gegen ein, zwei, drei Plauener, bis er schließlich durchzieht und zum erlösenden 4:2 trifft. Befreit jubeln alle, am lautesten er selbst, sich dabei das Trikot vom Leib reißend. Dem Helden fällt die tragische Rolle zu. Irgendwie typisch für das Spiel, für den FCC. Am Ende macht man 2 Schritte vor und einen zurück. Trotz allem bewegt man sich in der Addition in die gewünschte Richtung, wenn auch nicht so schnell, wie mancher insgeheim hoffte.

--Al Knutone