2013/2014 16. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - TSG Neustrelitz 3:1

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 16. Spieltag
Saison Saison 2013/2014, Rückrunde
Ansetzung FCC - TSG Neustrelitz
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 08.12.2013 13:30 Uhr
Zuschauer 4.410
Schiedsrichter Jens Klemm (Gröditz)
Ergebnis 3:1 (1:1)
Tore
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Tino Berbig
Marco Riemer, Marius Grösch (31. Gramoz KurtajGelbe Karte.gif), Justin Gerlach, Filip Krstić
Tino Schmidt (86. Sebastian Fries), Matthias Peßolat, Tom GeißlerGelbe Karte.gif, Marcel SchlosserGelbe Karte.gif
Andis ShalaGelbe Karte.gif, Maxim BanaskiewiczGelbe Karte.gif (90.+3 Marc-Philipp Zimmermann)
Trainer: Andreas Zimmermann


Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Neustrelitz
Daniel Bittner
Ingo Wunderlich (87. Christian Schönwälder), Rico Morack, Thomas Franke, Markus Kaiser
Christopher MandianguGelbe Karte.gif (84. Matthias Zeugner), Kai HempelGelbe Karte.gif, Dino Medjedovic, Christian Skoda (Rote Karte.gif, 86.), Tony FuchsGelbe Karte.gif (84. Abiola Folarin)
Velimir Jovanovic

Trainer: Thomas Brdarić

Spielbericht

Tore des Willens knacken Spitzenreiter

Mit 3:1 bezwingt der FCC die TSG Neustrelitz im letzten Spiel des Jahres und verkürzt den Rückstand zum Tabellenführer auf 7 Punkte. Maxim Banaskiewicz avancierte dabei mit zwei Toren und einer Vorlage zum Mann des Spiels, in dem die Mecklenburger spielerisch den Ton angaben, Jena aber mit viel Wille den Sieg erzwang. Neustrelitz' Skoda sah kurz vor dem Ende noch die rote Karte.

Die 4.500 Zuschauer sahen dabei ein Spitzenspiel, das auf und neben dem Platz Feuer hatte, obwohl die Verantwortlichen des Spitzenreiters unter der Woche verkündeten, angesichts Jenas Rückstandes wäre dies gar kein Topspiel. Motivation genug für die von Trainer Zimmermann unverändert aufs Feld geschickte Jenaer Elf, von Beginn an druckvoll und mit großem Willen zu agieren, und folgerichtig fiel genau so das Führungstor bereits nach 8 Minuten. Neustrelitz bekommt den Ball nicht aus der Gefahrenzone, weil Riemer und Banaskiewicz energisch nachsetzen, und Jenas in Top-Form befindlicher Stürmer vollendet ins kurze Eck zum umjubelten 1:0. Neustrelitz' Kaiser war dabei doppelter Pechvogel, als er erst seinen eigenen Mitspieler Hempel "foult" und dann Banaskiewiczs Schuss unhaltbar abfälscht. Ein Tor des Willens, des unbedingten Wollens, Banaskiewiczs fünftes in den letzten vier Spielen, und vielleicht war die Freude darüber etwas zu groß, denn bereits im Gegenzug kamen die Gäste mit einem schnellen und perfekt gespielten Angriff zum Ausgleich. Marco Riemer kann dabei am kurzen Pfosten die flache Hereingabe von Medjedovic nicht abfangen, so dass Christopher Mandiangu aus Kurzdistanz nur noch einzuschieben braucht.

Der postwendende Ausgleich führte zu einem Bruch im Jenaer Spiel und man brauchte eine halbe Stunde, um den Schock einigermaßen zu verdauen. Während die Gäste mit dem Selbstbewusstsein von 13 Siegen in Folge nun klar die Oberhand gewannen, häuften sich beim FCC Fehlpässe, Unkonzentriertheiten und Verunsicherung. Zu allem Überfluss musste auch noch Innenverteidiger Grösch verletzt vom Platz, für ihn rückte Peßolat aus dem Mittelfeld zurück und Gramoz Kurtaj erfreute sich einer Einwechslung gegen seinen Ex-Verein. Doch ob vor oder nach dieser Umstellung, Jenas Defensivspieler wurden bereits im Spielaufbau energisch gestört und nahezu jeder Ballverlust führte zu blitzschnellen Gegenangriffen durch die nach perfekt einstudierten Laufwegen ausschwärmenden Gästespieler. Jovanovic (23.), Medjedovic (24.) und Fuchs (32.) hatten die Gästeführung auf dem Fuße, wobei letzterer zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Platz hätte stehen dürfen, als er bereits gelbvorbelastet ein absichtliches Handspiel am eigenen Strafraum noch mit einer "Vogel-Geste" in Richtung Referee krönte. Der spielerischen Überlegenheit der TSG hatte Jena vor allem Kampf und Laufbereitschaft entgegenzusetzen, und es gelang mehrfach, die Flügelspieler Schmidt und Schlosser wunderbar freizuspielen. Einzig die Präzision der Hereingaben verdiente nur die Note mangelhaft, so dass Gästekeeper Bittner bis zur Pause nicht einmal ernsthaft eingreifen musste. Jena war mit dem Remis zur Halbzeit bestens bedient, die 37 Fans im Gästeblock mit dem Spiel ihrer Mannschaft zufrieden.

Nach dem Seitenwechsel bot sich zunächst das gleiche Bild. Medjedovic schließt einen feinen Angriff mit Schuss über das Berbig-Tor ab (48.) und fünf Minuten später tanzt Torschütze Mandjangu mit Justin Gerlach einen kongolesischen Hüfttanz, bei dem der Deutsche deutliches Nachhilfepotential offenbart, so dass Tino Berbig und der Pfosten in höchster Not retten. Jena antwortete mit Schlossers Rechtsflanke, bei der Shalas Kopfballversuch misslingt (56.), und weiterhin mit verzweifeltem Willen. Und als Banaskiewicz sich gegen Morack energisch den Ball erkämpft, das Leder punktgenau auf Marcel Schlosser ablegt und dieser kraftvoll abzieht, wölbt sich das Tornetz von innen und ein viereinhalbtausendfacher Torschrei erschüttert die Kernberge! 2 zu 1!

Nun war es der FC Carl Zeiss, der presste, Neustrelitz wackelte, und Bittner musste gleich zweimal gegen die eigenen Mitspieler das dritte Gegentor verhindern (65., 71.). Doch die Gäste erholten sich wieder, stemmten sich gegen die erste Niederlage seit Anfang August und Tino Berbig klärte glänzend per Knie gegen einen Drehschuss von Hempel aus 6 Metern (72.). Es entwickelte sich eine dramatische Schlussphase, in der es kaum noch jemanden auf den Sitzen hielt. Hier verpassten Peßolat per Kopf (74.), Banaskiewicz (77.) und Schmidt (78.) die Vorentscheidung, dort touchiert Mandiangus Knallbonbon die Lattenoberkante (82.) und Gerlach rettet in höchster Not (83.). Die spielerische Leichtigkeit und Präzision bei den Mecklenburgern war verflogen, doch insgesamt 11 Ecken erarbeiteten sie sich, mit denen Jenas Hintermannschaft zumeist gut umzugehen wusste, und als eine solche erneut abgefangen wurde und Banaskiewicz den Gegenangriff initiieren wollte, rauschte ihm Christian Skoda in einer Mischung aus Frust und Verzweiflung von hinten in die Beine mit einer klaren Konsequenz: Rot (85.). In Unterzahl hatte der Spitzenreiter nun nichts mehr entgegenzusetzen, stattdessen machte der Mann des Spiels, Maxim Banaskiewicz in der Nachspielzeit alles klar, als er eine 3-gegen-2-Kontersituation nach Vorlage von Schlosser abschließt. Im übrigen nicht aus Abseitsposition, wie der zu diesem Zeitpunkt wegen ständigen Reklamierens bereits auf die Tribüne verwiesene Gästetrainer Thomas Brdaric in der Pressekonferenz meinte und damit genauso falsch lag wie beim Bemängeln eines angeblichen Fouls vor dem zweiten Jenaer Treffer. Verlieren fällt schwer, vor allem wenn das letzte Mal schon so lange zurückliegt. Und so beeindruckend die fussballerische Darbietung der TSG über 60 Minuten war, so unwürdig das provozierende und ausfällige Verhalten einiger Verantwortlicher und Spieler nach Abpfiff, mit der sie sich die Niederlage nachträglich verdienten. Ob dieser hart erkämpfte Sieg der Startpunkt des Angriffs auf die Tabellenspitze sein wird, oder sich die nun noch sieben Punkte Rückstand als zu große Bürde erweisen, werden wir ab dem 23. Februar nächsten Jahres verfolgen dürfen. Zumindest aber hat der FCC die Regionalliga Nordost vor völliger Langeweile im Spitzenkampf bewahrt. Frohe Weihnachten!

Trainerstimmen

Thomas Brdaric: Glückwunsch an Jena zu den drei Punkten, wir wollten eigentlich kein Weihnachtsgeschenk bereiten, aber man muss dann auch den Anstand haben zu gratulieren. Wir kassierten das 1:0 durch einen Abwehrfehler, sind dann aber schnell zurückgekommen und haben viele Möglichkeiten zur Führung verpasst. Mit dem 2:1 für Jena haben wir uns dann in die Hinterhand gebracht. Damit fing es dann auch an mit dem Schiedsrichter, als er ein gestrecktes Bein übersieht, so dass das Tor nicht hätte zählen dürfen. Wir haben dann aufgemacht, auf Dreierkette umgestellt und waren überlegen ohne die ganz großen Chancen. Das 3:1 war dann abseits und hätte auch nicht fallen brauchen. Wir haben uns vernünftig präsentiert, die Mannschaft hat eine hervorragende Hinrunde gespielt. Man kann hinfallen, wir werden wieder aufstehen. Ich wünsche Jena alles Gute für die Rückrunde.

Andreas Zimmermann: Wir wussten, dass der Gegner bärenstark ist, vor allem im Umkehrspiel, hatten sie ja auch mehrfach beobachtet und genau so haben sie dann auch gespielt. Das 1:0 war etwas glücklich, weil abgefälscht, und dann haben wir noch die Arme vom Jubeln oben, da fällt schon das 1:1. Die erste Halbzeit war insgesamt auf einem hohen Niveau, dem mussten wir nach der Pause etwas Tribut zollen. Letztlich haben wir das Spiel aber über unseren Willen entschieden, über die Laufbereitschaft, wie das hier in Jena sein muss. Ich freue mich, dass wir nach dem Sieg beim BAK erneut eine Serie geknackt haben, nun gegen Neustrelitz, die 13 Spiele ungeschlagen waren. Wir haben unsere Serie ausgebaut, so können wir unsere Weihnachtsfeier gut feiern. Vielleicht sieht man den ein oder anderen mal auf dem Weihnachtsmarkt beim Glühwein. Und danach werden wir hart dafür arbeiten, dass wir den ein oder anderen Punkt erkämpfen.

--GUNNER