1983/1984 12. Spieltag: FC Karl-Marx-Stadt - FC Carl Zeiss Jena 1:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 12. Spieltag
Saison Saison 1983/1984, Hinrunde
Ansetzung FC Karl-Marx-Stadt - FC Carl Zeiss Jena
Ort Dr.-Kurt-Fischer-Stadion
in Karl-Marx-Stadt
Zeit Sa. 10.12.1983 13:00 Uhr
Zuschauer 12.300
Schiedsrichter Günther Habermann (Sömmerda)
Ergebnis 1:0
Tore
  • 1:0 Bähringer (72.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Karl-Marx-Stadt
Wolfgang Krahnke
Jürgen Bähringer
Matthias Birner, Frank Uhlig, Claus Schwemmer
Andreas Müller, Joachim Müller, Mario Neuhäuser
Stefan Persigehl, Mario Schubert (46. Dietmar Bletsch), John BemmeGelbe Karte.gif

Trainer: Manfred Lienemann

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Konrad WeiseGelbe Karte.gif
Gert Brauer, Heiko Peschke, Uwe Pohl
Thomas Töpfer, Jürgen Raab (76. Thomas Ludwig), Stefan Meixner
Andreas Bielau (84. Jörg Burow), Martin TrochaGelbe Karte.gif, Robby Zimmermann

Trainer: Dietmar Pfeifer


Spielbericht

Als Bähringer nach vorn kam...

Im Dr.Kurt-Fischer-Stadion wurde es immer dunkler. Schneewolken trieben über Karl-Marx-Stadt. Die Anzeigetafel wurde zum einzigen Lichtpunkt, doch 19 Minuten vor dem Abpfiff stand dort noch immer: 0:0, aber 14:26 Uhr rückte FCK-Libero und Kapitän Bähringer mit auf, hatte den Blick dafür, daß sich am linken Flügel, wo sich Bemme in Ballbesitz brachte, etwas Hoffnungsvolles entwickeln könnte. Als der Ball in den Strafraum schwebte, Jenas Vorstopper Peschke nicht an die signalrote Kugel herankam, versuchte es Bähringer direkt mit einer Art Seitfallzieher. Nicht gerade elegant aussehend, brachte die Aktion nach dem Motto "versuchen, was soll´s", das 1:0 und den elften Sieg der Sachsen im 43. Vergleich.

"Es hatte lange genug gedauert", so Jürgen Bähringer nach dem Spiel, und eigentlich lag der Gedanke an ein 0:0 angesichts dessen, was da auf dem Schneematsch an Aufwand und Nutzen getrieben wurde, recht nahe. Nach nahezu viertelstündigem Eingewöhnen gab Töpfer für Jena den ersten Schuß ab. Uhlig mit Kopfball und J. Müller nach einem Doppelpaß folgten. Aber erst als Neuhäuser und Bemme Grapenthin zwangen, Kopf und Kragen zu riskieren, als Uhligs Kopfball nach der zweiten Ecke scharf am Jenaer Gehäuse vorbeipfiff, kam richtige Torgefahr auf.

Vollends zwingend aber war das über die gesamten 90 Minuten beiderseits nicht, sieht man von jener Szene ab, als Schubert den Fehler Peschkes freistehend nicht zu bestrafen vermochte. Oder andererseits die beiden Schüsse des jungen, fleißigen Zimmermann, die recht gut lagen, dennoch am Tor vorbeistrichen. Mit Fernschüssen hatten beide wenig im Sinn, obwohl man sich in Diskussionen darüber im klaren war, daß Lok im EC gegen die Grazer viel mehr aus der Distanz hätte schießen müssen...

Einsatz, Tempo, Hast, Überhast, kaum Kombinationsmöglichkeiten über mehrere Stationen prägten den Charakter des zwar spannenden, aber keineswegs höheren Ansprüchen genügenden Treffens. Es bot sich auch wenig Spielraum, weil die konsequente Manndeckung überwog. Das Mittelfeld wurde mehr oder weniger zum Kampfplatz. So erreichte die angriffsorientierte Spielweise letzen Endes doch zu wenig Wirkung. Die Bodenverhältnisse taten ihr übriges.

Der Sieg fiel dem FCK schwer. Daß es leicht werden würde, hatte man auch nicht erwartet, sondern eingeschätzt, daß die Wochen vorbei sind, da man mit den Zeiss-Städtern umspringen konnte, wie man will.

Zum Schiedsrichter: Auf dem mit Schneematsch bedeckten Rasen immer richtig zwischen Foul und Einsatz mit Rutschpartien zu entscheiden, war keine leichte Aufgabe. Habermann entledigte sich ihr gut, ließ lange die "Gelbe" stecken (Trocha), beruhigte immer wieder. Zwei, drei falsche Einwurfentscheidungen fielen nicht ins Gewicht, ansonsten aufmerksame Linienrichter. Jenas Kapitän Weise mußte bei einer Spielunterbrechung einige unbesonnene Fans zu sportlicher Haltung auffordern.

(Joachim Pfitzner in "Die Neue Fussballwoche" vom 13. Dezember 1983)